Die letzten Tage in Schweden

Seit gestern Abend bin ich wieder zurück in Deutschland – nach fünf Monaten und zwei Tagen. Ein paar Kleinigkeiten haben sich hier zwar verändern, aber im Großen und Ganzen ist alles geblieben, wie es zu meiner Abreise war.

Familienbesuch

Die Abreise meiner Freunde und der eigene Urlaub mit Familie gingen quasi fließend ineinander über. Während ich gemeinsam vom 9. bis 20. Juni Urlaub mit meiner Familie gemacht habe, musste ich mich bereits am 14. von meinen Freunden und der Wohnung verabschieden.

Auch wenn ich meine Wohnung, die Nähe zum Wald und mein Inselchen (Lidingö) sehr mochte, hatte das Airbnb einige Vorzüge, mit denen so eine einfache Studentenwohnung schlicht nicht mithalten kann. Meerblick, Pool, Whirlpool, Sauna und eigener Strand – das hilft einem schon mal dabei zu vergessen, was man hinter sich lässt, von dem Einfluss vertrauter Gesichter ganz abgesehen!

Auf den Spuren der Elche

Gemeinsam mit meinem Bruder habe ich Ausflüge in Naturreservate und Nationalparks unternommen. Das Naturreservat, in dem sich Schafe, Rinder und andere Tiere frei bewegen, lag Luftlinie vielleicht einen halben Kilometer von unserer Unterkunft entfernt. Mit dem Rad fuhr man dennoch über eine halbe Stunde, um auf die Halbinsel zu gelangen. Dort angekommen konnte man inmitten des Archipels die Ruhe der Natur genießen und fernab von anderen Menschen durch das satte Grün marschieren. Der Wald, das Wasser, das viele Grün, … ich werde es vermissen!

Der wohl bekanntere und weitaus größere Park, den wir besuchten, ist der Tyresta Nationalpark. Während sich dort nicht nur Nutzvieh und Wasservögel tummeln, soll man dort tatsächlich Elche sehen können. Auf der Suche nach diesen wanderten wir durch den schwedischen Urwald und an Seen vorbei. Die kleinsten Tierchen, die dabei unseren Weg kreuzten, waren jede Menge Ameisen, die Größten waren Enten. Wie ihr euch schon denken könnt bedeutet das, dass wir keine Elche gesehen habe – auch wenn die Entenküken selbst eine Attraktion und den Besuch wert waren. Daher bleiben die einzigen Elche, die ich in Schweden gesehen habe, die, denen ich im Tierpark Skansen begegnet bin.

Uppsala und Vaxholm

Während ich bereits im April die Stadt Uppsala besucht habe, habe ich dieser einen zweiten Besuch, gemeinsam mit meiner Familie, abgestattet. Uppsala ist und bleibt eine sehr schöne, studentische Stadt, an Stockholm kommt sie meiner Meinung nach dennoch nicht heran. Ein Punkt, in dem sie der Hauptstadt allerdings meilenweit voraus sind, ist das Schloss. Auch wenn dieses nicht zu den beeindruckendsten zählt die ich kenne, ist es weit schöner als das in Stockholm. Ein ebenfalls sehr wichtiges Argument ist außerdem das mit der Fika: Dort gibt es unheimlich guten Morotskaka (Karottenkuchen) – Yummi! Womöglich sogar den besten, den ich in ganz Schweden gegessen habe.

Vaxholm besuchten wir an einem Sonntag, weshalb leider bereits einige Läden geschlossen hatten. Dennoch herrschte in der Stadt ein reges Treiben, insbesondere um den Hafen herum. Von Vaxholm aus legen einige Autofähren ab, aber auch kleinere Boote, Segelschiffe und Jetskis tummelten sich auf dem Wasser. Fußgängerzone und Promenade waren gesäumt von Geschäften, die zum Verweilen einladen und diverse Souvenirs verkaufen. Auch, wenn ich mir Vaxholm etwas größer vorgestellt habe, kann ich mir gut vorstellen, warum es dieses hohe Ansehen genießt.

Die Seele baumeln lassen

Obwohl ich die Zeit in Stockholm sehr genossen habe, war sie nicht immer erholsam. Die Uni hält einen dort deutlich länger auf Trapp als in Deutschland. Mit 37,5 ECTS habe ich mir ebenfalls mehr Uni gegönnt als notwendig und Ehrenamt und Freizeit wollten ja auch noch einen Platz im Leben finden. So war es für mich umso schöner, einfach noch mal die Seele baumeln lassen zu können, bevor hier in Deutschland die Masterarbeit auf mich wartet. Zum einen haben Natur, Wasser und Wald, Vogelgezwitscher und im Wind säuselnde Blätter bereits einen hohen Erholungswert. Aber auch Sauna und Whirlpool helfen beim Entspannen. An einigen – warmen und mutigen – Tagen habe ich mich sogar in den doch eher erfrischenden Pool getraut! Und wenn es doch zu kalt zum Baden war, konnte man einfach mit seinem Buch draußen sitzen oder ganz entspannt Spiele spielen. Außerdem habe ich mich sehr an Grill und Backofen erfreut – wie ich die vermisst habe!

Rückreise

Zurück ging es mit Auto und Fähre. Zwar war die Fahrt lang, mit einem Buch ging jedoch auch diese rum. Tatsächlich war ich zuvor noch nie so weit im Süden Schwedens, zumindest nicht wach und bei Tageslicht. Die Wälder und felsige Landschaft um Stockholm herum sind doch einzigartig.

Fähre fahren war ich ja bereits durch meine Reisen nach Helsinki und Riga gewohnt – daher war das für mich (schlaftechnisch) keine große Herausforderung. Dennoch war es etwas ärgerlich, dass ein technisches Problem dem nächste folgte und wir erst mit eineinhalb Stunden Verspätung den Hafen verließen. Kurz vor Mitternacht war es in Südschweden leider bereits so dunkel, sodass man nicht viel von der Abfahrt sehen konnte. Nun bin ich vorerst wieder zurück in Schwetzingen, bald wieder in Dresden und mal sehen, wohin es mich danach verschlägt.  

Danke!

Vielen Dank für die schöne Zeit, die ich in Stockholm dank meiner Freunde hatte. Vielen Dank für die schönen Ausflüge und Urlaube und an meine lieben Besucher aus der Heimat. Vielen Dank an jene, die mein Treiben und meinen Blog immer verfolgt haben.

Kulturschock?!

Der Großteil meiner Freunde ist bereits abgereist und zurück in der Heimat. Die weiteste Distanz liegt nun wohl zwischen mir und meiner neuseeländischen Freundin Lucy. Neuseeland ist wohl im wahrsten Sinne des Wortes das andere Ende der Welt – von Europa aus betrachtet. Dass Abschiede schwerfallen und ich – wie vermutlich jeder – diese nicht mag, muss ich an dieser Stelle sicher nicht erwähnen. Ich denke, jeder kann sich vorstellen wie es sich anfühlt, Leute zu verlassen, die man nie wieder in diesem Umfeld, geschweige denn alle an einem Ort versammelt antreffen wird. Neben den Menschen, die mir fehlen werden sind mir allerdings noch ein paar andere Dinge eingefallen, die ich vermissen werde. Fünf Monate in einem anderen Land gehen wohl doch nicht spurlos an einem vorbei. Ob ich in Deutschland daher einen kleinen Kulturschock erleiden werden? Wir werden sehen!

Schwedische Fika

Auch wenn sich die schwedische Esskultur nicht als Besonders erwiesen hat und diese sich viel mehr anderer Kulturen bedient, bleibt ein kleiner Teil einzigartig: die schwedische Fika. Ich weiß, dass es meiner Figur und insbesondere meinem gestiegenem Zuckerkonsum gut tun wird, nicht in aller Regelmäßigkeit Kanelbullar, Chokladbollar oder Morotskaka zu essen, aber ich werde die Tradition des nachmittäglichen Zusammensitzens vermissen. Denn eine Fika ist weit mehr als nur der schelle Genuss eines Heißgetränks und Gebäcks.   

Und für alle, die (immer noch) nicht wissen, was eine Fika ist: Guckt euch dieses Musikvideo an! Es erklärt sehr schön, was ich meine. Außerdem ist es sehr unterhaltsam:

Getrennte Toiletten

Ich glaube, über dieses Phänomen hatte ich zuvor noch gar nicht berichtet, aber in Schweden gibt es überwiegend Unisex-Toiletten. Eine Trennung von Männlein und Weiblein, wie wir sie aus Deutschland kennen, gibt es hier nicht. Am Anfang war das für mich sehr überraschend, denn ich hatte davon keine Ahnung, bis auf einmal ein Mann neben mit am Waschbecken stand und seine Hände wusch. Das war allerdings bereits an meinem ersten Tag in Stockholm. Daher hatte ich knappe fünf Monate Zeit, mir die Suche nach der Damentoilette abzugewöhnen. Andererseits hoffe ich jetzt, dass ich nicht gedankenverloren in Deutschland auf irgendwelche Männertoiletten renne und von allen Seiten schief angeguckt werde!

Weiße Nächte

Als ich im Januar in Schweden angekommen bin, war ich müde. Müde und hurgrig. Mein Körper war an die deutschen Tageszeiten gewöhnt und darauf trainiert, zu Einbruch der Dunkelheit Hunger zu bekommen und ein paar Stunden später zu Bett zu gehen. Da die Sonne im Januar bereits um hab 4 unterging, haben sich auch mein Hungergefühl und Bedürfnis nach Schlaf erst einmal an die neuen Zeiten gewöhnen müssen. Nun, da die Sonne gegen halb 3 aufgeht und erste nach 10 untergeht, hat sich mein Tagesrhythmus wieder entsprechend angepasst. Ich bange etwas darum, dass mich nun die erneut kürzeren Tage zunächst müde und hungrig machen bezeihungsweise mir das viele Sonnenlicht fehlt, dass immer für eine volle Batterie bei mir sorgt. Darüber hinaus werde ich aber auch die unheimlich lange Dämmerung vermissen, die die Nacht davon abhält, ihren schwarzen Schleier über die Welt zu werfen.

„Du“ oder „Sie“?

Eine der wenigen Sachen, auf die ich gänzlich verzichten könnte, ist die immer wiederkehrende Frage nach dem Du und dem Sie im Deutschen. Wie soll man jemanden auf der Straße am besten ansprechen, ohne ihm oder ihr womöglich zu nahezutreten?! Das Resultat ist eine Abwägung von Auftreten, geschätztem Alter und der Frage danach, ob es sich wohl um seinesgleichen handelt. Im Englischen gibt es dagegen nur eine Form der Anrede: You. Da wird nicht lange überlegt, wie man jemanden anspricht, denn es ist keine Wahl notwendig. Selbst die Dozenten werden hier mit Vorname angesprochen – zu einem Respektverlust (oder was auch immer bei der Ansprache mit Du befürchtet wird) führt das sicher nicht. Im Schwedischen verhält es sich ähnlich. Es gibt zwar eine offizielle zum Sie äquivalente Form, allerdings ist diese der Königsfamilie vorbehalten. Da zumindest ich keinen Kontakt mit dieser hatte, hatte ich auch für diese keinen Gebrauch. Folglich habe ich nun fünf Monate lang jeden geduzt, der mir über den Weg gelaufen ist. Egal ob jung oder alt, unabhängig von sonstigen äußeren Merkmalen etc.

Plastikgeld

Am Anfang dachte ich, ich würde es verfluchen. Vor allem die negativen Seiten wie totale Transparenz, verbunden mit der ausschließlichen Benutzung von Plastikgeld, sind und bleiben in gewisser Weise abschreckend für mich. Auch braucht es Disziplin, um sich nicht von Angeboten verlocken zu lassen und immer und überall die Karte zu zücken, während es einem schwerer fallen würde, mit einem Geldschein aus dem Portemonnaie zu bezahlen. So laden Kredit- und EC-Karte in gewisser Weise dazu ein, den Überblick über die Ausgaben zu verlieren, behält man diese nicht strengstens im Blick. Dennoch habe ich mich so schnell daran gewöhnt, mit kleinem Geldbeutel aus dem Haus zu gehen und nichts außer EC-Karte, Ausweis und Fahrschein mitzuführen, dass es mit in Deutschland sicher schwerfallen wird, mich erst wieder umzugewöhnen.   

Familienbesuch

Wie ich bereits beim letzten Mal hab anklingen lassen, ist aktuell ein Teil meiner Familie zu besuch. Bereits übermorgen werden wir alle zusammen wieder zurück nach Deutschland fahren. Für heute soll es jedoch bei diesem etwas kürzeren Beitrag bleiben. Ein Beitrag mit Berichten von der letzten Woche folgt dann später, denn diese ist noch nicht ganz zu Ende.

Trotz der Dinge, die bei mir womöglich zu einem kurzen und kleinen Kulturschock führen werden, freue ich mich bereits sehr darauf, wieder nach Hause zu kommen und Freunde und Familie wieder zu sehen 😊.

Hoch die Hände, Wochenende!

Okay, vielleicht nicht nur Wochenende, sondern gar Urlaub. Denn Donnerstagmorgen habe ich meine letzte Prüfungsleistung erbracht und nun höre ich den Ruf der Freiheit immer lauter erklingen.

Letzte Prüfungen – war’s das?!

Ursprünglich ging ich davon aus, bereits letzte Woche Mittwoch meine letzte Deadline zu haben, was sich relativ entspannt für mich gestaltete hätte. Zur Belohnung für all den Schweiß und das Herzblut, die nicht nur ich die letzten Monate ich das Studium investiert habe, habe ich mit Freunden einen Kurztrip nach Göteborg geplant, der am Donnerstag starten sollte. Soweit der Plan: ganz entspannt, kein Überlapp, volle Erholung. Montagnachmittag erfuhr ich dann allerdings von einer neuen Deadline, wenn auch nicht obligatorisch, am Freitagmorgen. Juhuuu… NICHT! Nun ja, Grund dafür war, dass ich in einem Kurs genau zwischen zwei Noten stehe und der Dozent mir nicht ohne Weiteres die Bessere geben wollte. Viel mehr hat er mich und einige andere dazu angehalten, das letzte Take Home Examen noch einmal zu überarbeiten und einzureichen, um damit die Note gegebenenfalls aufzubessern. Da ich prinzipiell keine Chance ungenutzt lassen kann, musste ich es einfach probieren und für die bessere Note kämpfen. Aufgrund des Uni- und Freizeitstresses ging die Arbeit an dem Assignment allerdings schlussendlich zu Lasten des Schlafs. Ob sich die kurze Nacht vor dem Urlaub jedoch ausgezahlt hat werde ich erst diese Woche erfahren.

Unabhängig davon, dass mich das dezent aufgeregt hat, fühle ich mich jetzt so frei wie lange nicht mehr. Es ist einfach ein super schönes Gefühl, mal wieder in den Tag hineinleben zu können und nicht immer irgendwelche Deadlines im Hinterkopf zu haben. Generell habe ich das Studium hier genossen und einige sehr interessante Kurse besucht. Nur diese vielen Abgaben, immer und immer wieder, sind wirklich gewöhnungsbedürftig. Da bin, beziehungsweise war ich von Deutschland einfach zu sehr verwöhnt. Um so mehr schätze ich nun das Studium nach dem deutschen System, auch wenn ich dieses zeitweise ebenso verflucht habe.  

Sommer in Göteborg

Tatsächlich hatten wir auch in Stockholm bereits einige sommerliche Tage mit Temperaturen um die 25 Grad – meiner Meinung nach völlig ausreichend. Deutschland habe ich dagegen keinesfalls um seine 30 Grad und mehr beneidet. Nichtsdestotrotz sollte ich noch mindestens einen richtigen Sommertag in Schweden erleben und zwar in Göteborg. So hat uns die zweitgrößte Stadt Schwedens am Donnerstag mit sonnigen 30 Grad willkommen geheißen. Puh, das war ganz schön ungewohnt warm! Mit dem Bikini im Gepäck waren wir uns allerdings sicher, dass wir spätestens im Hotelpool eine Abkühlung finden würden. Denn wie so oft habe ich ein super Angebot gefunden, das scheinbar keine Träume offenlässt – dachte ich zumindest. Allerdings hat sich unser Vorhaben uns im Pool Abkühlung zu verschaffen relativ schnell erübrigt, denn dieser wurde am Tag der Ankunft gerade erst befüllt – brrrr. Was wir vorgefunden haben, war eine etwa 30 Zentimeter hohe Pfütze. Primär sind wir natürlich nicht zum Baden nach Göteborg gereist, sondern um die Stadt anzugucken, also alles halb so wild!

Bereits auf den ersten Blick zeigte uns Göteborg eine ganz andere Seite von Schweden, als zumindest ich sie aus Stockholm gewohnt bin. Generell kam es mir etwas weniger touristisch, dafür moderner vor und nicht zuletzt kleiner, was es ja auch ist. Am Tag der Ankunft sind wir Empfehlungen gefolgt und haben riiiesige Zimtschnecken gegessen. Wie ich gehört habe, soll es dort die größten Zimtschnecken Schwedens geben! Da eine einzige Zimtschnecke etwa Tellergroß ist, haben wir uns diese geteilt. Obwohl riesen groß und sicher ein richtiger Touristenmagnet, war diese wiedererwarten recht günstig.

Das nette Café lag im Stadtteil Haga, dem etwas alternativerem Viertel Göteborgs, von dem aus wir weiter zu einem Aussichtspunkt marschiert sind, um uns einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Eine Sache, bei der ich mir allerdings immer noch nicht ganz sicher bin ist, ob es in Göteborg ein Schloss gibt, denn einen großen und sehenswerten Schlosspark findet man dort. Von einem Schloss war weit und breit allerdings keine Sicht.

Am nächsten und letzten Tag hatten wir leider etwas weniger Glück mit dem Wetter. Die Temperaturen glichen wieder den alt bekannten und der Himmel öffnete seine Pforten für andauernde Regenfälle. Nichtsdestotrotz konnten wir uns endlich den Stadtpark mit Rosengarten, Palmenhaus und Co angucken, der am Vortag wegen eines Konzerts gesperrt war. Außerdem macht ein Besuch im tropischen Palmenhaus viel mehr Spaß, wenn die Alternative Regen heißt.

Außerdem – vom kalten Nass angetrieben – habe ich meine erste nicht-Second-Hand-Shopping-Tour unternommen und mir einen wunderschönen Jumpsuit gekauft! Das ist dann wohl mein Erinnerungsstück an Schweden.

Auch wenn ich noch viele weitere Stunden oder gar Tage in Göteborg hätte verbringen können, muss alles einmal zu Ende gehen – diese Reise im Konkreten bereits nach 25 Stunden. Wie immer hoffe ich, dass euch insbesondere die Bilder einen guten Eindruck von meinen Erlebnissen vermitteln.    

Besuch des Parlaments – Nicht.

Wenn man so in seiner Studentenblase lebt neigt man gerne mal dazu, die Touristenströme zu unterschätzen, die Stockholm jeden Sommer anlockt. Ein Besuch im Parlament war schon länger geplant, allerdings ist aus diversen Gründen nie etwas daraus geworden. So auch vergangenes Wochenende. Leider kann man das Parlament nur im Rahmen einer Führung besichtigen und diese findet nur einmal täglich an Samstagen und Sonntagen statt. Auf der Webseite heißt es, dass man sich zehn Minuten vor Beginn der Führung einfinden soll, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist und Kontrollen durchgeführt werden. So weit so gut. Vorbildlich wie wir sind, waren wir sogar mehr als 20 Minuten vor Beginn der Führung da und dann – ausgebucht. Aber wer fährt nicht gerne umsonst in die Stadt? Genau, niemand. Auf die Frage hin, ob die schwedische Führung bereits ausgebucht sei, wurde uns – auf Schwedisch – unmissverständlich das Gefühl vermittelt, dass wir dort als nicht-Schweden nicht willkommen sind. Mal sehen, ob diese Geschichte noch ein Happy End erhalten wird.   

Bye bye Bodycombat, Bodypump & Co.

Ich habe bereits von den vielen letzten Malen berichtet, die so bei mir anstanden. Bislang unerwähnt blieb an dieser Stelle jedoch der Sport. Über die Uni wurden jede Menge Sportkurse zu einem echt fairen Preis angeboten, so auch Bodycombat, Bodypump, Bodybalace, Bodyjam, Yoga, Zumba, GRIT und vieles mehr. Dieses unheimlich breite Angebot war bestens dafür geeignet, sich viele verschiedene Sportprogramme anzugucken und sich schlussendlich in einige davon zu verlieben. So hat der Sport hier einen festen Platz in meinem Alltag eingenommen, nicht zuletzt dank meiner Sport-Buddies. Denn der gemeinsame Besuch mit Freunden hat immer für doppelten Spaß am Sport gesorgt. Bereits jetzt vermisse ich die motivierenden Trainer, Musik, die zum Mitmachen animiert und das Gefühl, das Workout überstanden zu haben. Für alle, die nicht wissen was ich meinen könnte: Googlet mal GRIT 😉.

Traditionen: Sunday-Dinner

Eine sehr schöne Tradition, die ich mit zwei sehr lieben Freundinnen gepflegt habe, waren unsere sonntäglichen Abendessen. Immer im Wechsel hat eine von uns zu sich eingeladen und gekocht. Begleitet von einem Gläschen Wein und Kartenspielen haben diese Abende nicht nur für die ein oder andere Gaumenfreude gesorgt, sondern auch für jede Menge Spaß! Tatsächlich gab es Momente, in denen ich vor Lachen geweint habe. Vielen Dank dafür!

Letztes Mal Hypo

Eine der Dinge die ich nicht vermissen werde: Meine Arztbesuche. Auch wenn diese in Deutschland weitergehen werden, freue ich mich über jeden Besuch, den ich und meine Arme überstanden haben. Dennoch muss ich meinem Ärzteteam hier zu Gute halten, dass sie sich immer sehr viel Zeit genommen haben und super lieb waren! Noch nie hat sich jemand so viel Mühe gegeben, mir mit einer Spritze nicht weh zu tun. Und auch in Deutschland habe ich es selten erlebt, dass Arzt oder Arzthelfer im Wartezimmer vorbei gucken und sich nach dem Empfinden ihrer Patienten erkundigen.

Das allerbeste ist jedoch, wieder ohne größere Allergiesymptome durchs Leben zu gehen. Vor allem das Wissen um die vielen Birken hat mir im Voraus etwas Sorge bereitet. Aber: Ich habe sie erfolgreich besiegt. Außerdem kann ich wieder fast alles Essen, das ist fast das größte Geschenk! #foodrulesmylife

Farewell Fika mit SUS

Wie sagt man am besten „Leb wohl“? Die schwedische Antwort auf diese Frage lautet wohl „Mit einer Fika!“. Letzte Woche wurden alle internationalen Studierenden, die nun wieder in ihre Heimatländer zurückkehren, mit einer Fika verabschiedet. Zu diesem doch in gewisser Weise ernsten Anlass wurden allerdings keine Zimtschnecken, sondern prächtige Torten serviert. Unabhängig von dem Fika-Angebot war es aber auch einfach schön, viele bekannte Gesichter wieder zu sehen. Einen großen Teil der Internationals auf einem Haufen zu sehen hat mir noch einmal verdeutlich, wie viele Bekanntschaften ich hier doch gemacht und wie viele Leute ich kennengelernt habe. So mag der Abschied für viele ein „Leb wohl“ gewesen sein, für einige wird es allerdings ein „Auf Wiedersehen“ sein.

Familienbesuch & Abreise

Seit Sonntag ist außerdem ein Teil meiner Familie zu Besuch. Details dazu folgen allerdings später! Während ich mich sehr über deren Besuch freue, kündigt dieser allerdings zeitgleich die Abreise aus Stockholm an. Morgen heißt es also: Packen und Großputz. Das wird ein Spaß…

Außerdem graut es mir schon etwas davor, meine Freunde gehen zu sehen, während ich noch ein paar Tage länger im Land bleibe. Aber auch dazu gibt es ein andermal mehr!

Endspurt

Das Semester neigt sich dem Ende zu, der Sommer steht – mehr oder weniger – in den Startlöchern und alle sind bereit für die großen Ferien. Ebenso wie in Deutschland fallen die längsten Schulferien auch hier auf die Sommermonate. Allerdings haben nicht nur die Schüler frei, auch der sonst so belebte Campus verfällt in eine Art Winterschlaf. Quasi jeder, der ein Sommerhaus besitzt, verbringt die Sommermonate auch in diesem, irgendwo auf einer Insel oder an der Küste. Im Umkehrschluss sind die Städte so leer wie zu keiner anderen Zeit des Jahres.

Während in Deutschland noch alle brav die Schulbank drücken, beziehungsweise sich mitten im Semester befinden, heißt es hier allerdings bereits erneut: Prüfungszeit.   

Bald ist es geschafft

Während ich von einigen Schweden gehört habe, dass diese bereits all ihre Prüfungsleistungen erbracht haben, um umso früher in den Sommer starten zu können, sieht das bei mir etwas anders aus. Zwar hätte ich mir auch gewünscht bereits jetzt mit Allem durch zu sein und die letzten Tage und Wochen ausschließlich mit Freizeitaktivitäten zu verbringen, aber das ist mir aus diversen Gründen leider nicht vergönnt. Nun ja, die letzte Deadline habe ich nächste Woche Mittwoch, daher stehen mir noch einige arbeitssame Tage bevor, aber das ist mit Ausblick auf die Zeit danach eindeutig zu verkraften! Außerdem kann ich mich wirklich nicht beklagen, denn selbst während der etwas stressigeren Prüfungszeiten hatten und haben allerlei Freizeitbeschäftigungen immer wieder meinen Alltag aufgelockert. Und da diese wie immer deutlich spannender sind als Geschichten über verschiedene Logiken oder tot geglaubte Medien, möchte ich euch damit auch nicht weiter belästigen.

Wie immer erlebt man in ein paar wenigen Tagen viel mehr, als man zunächst vielleicht glauben mag. Als ich erneut einen Blick in den Kalender und auf die Fotos geworfen habe, die seit meinem letzten Post entstanden sind, ist mir erst aufgefallen, wie lang die Themen-Liste wieder werden wird! Umso gespannter bin ich, wer von euch tatsächlich den langen Atem hat und sich brav Artikel für Artikel durch meinen Blog liest.    

Thank-You-Lunch & Language Café

Da ich in meinem letzten Beitrag bereits angekündigt hatte, dass nun einige letzte Male anstehen, wollte ich daran anknüpfen und euch von dem Thank-You-Lunch als Abschluss der Language Cafés berichten, welches für alle Koordinatoren des Sprachcafés ausgerichtet wurde. Wie ihr ja bereits wisst, war ich eine dieser Koordinatorinnen. Es hatte sich bereits zu Beginn schnell herumgesprochen, dass diese Abschlussveranstaltung das Highlight für uns Koordinatoren sein sollte, bei dem wir uns gemütlich zurücklehnen, gemeinsam speisen und uns austauschen können, sowie zu guter Letzt ein Zertifikat über unser Ehrenamt überreicht bekommen. Obwohl so hoch angepriesen, hatte ich eher ein lockeres Zusammensitzen, Zimtschnecken und belegte Brötchen erwartet. Was uns erwartet hat, hat meine Erwartungen jedoch um Weiten übertroffen: Gedeckte und in weiße Hussen gepackte Tische, ein reichhaltiges Buffet, Cider zum Anstoßen und Popcorn, um während der spannenden Zertifikatsverleihung etwas snacken zu können. Nachdem jeder Applaus und Urkunde erhalten hat, wurde das Buffet endlich eröffnet – zunächst bestehend aus diversen Salaten, Pajs, Brot und Käseplatte, zu späterer Stunde abgelöst von Apfel-Crumble, Eiscreme und Obst. Leider habe ich kein Foto von dem Buffet gemacht. Da müsst ihr mir wohl einfach glauben. All das hat den Abschied vom Sprachcafé allerdings in keiner Weise leichter gestaltet. Mir wird diese Zeit auf jedem Fall in guter Erinnerung bleiben, jedoch insbesondere wegen der interessanten Persönlichkeiten, die man dort immer wieder angetroffen hat.

Deutscher Spargel

Apropos Essen (welches ja wohlbekannt mein Leben bestimmt): Bezahlbarer, weißer Spargel hat in den schwedischen Supermarktregalen lange Zeit auf sich warten lassen. Daher habe ich zunächst mit der grünen Variante verlieb genommen. Zwar kann man diese – wie ich jetzt herausgefunden haben – auch gar schmackhaft zubereiten, aber an weißen Spargel kommt dieser dennoch nicht im Entferntesten heran. Letzte Woche habe ich dann allerdings zum ersten Mal das weiße Gold, importiert aus Deutschland und – das ist das Wichtigste – zu einem bezahlbaren Preis im Laden erblickt. Um dieses Heimatgefühl, das weißer Spargel in mir auslöst, mit meinen internationalen Freunden zu teilen, habe ich diesen direkt zu unserem traditionellen Sonntagsdinner serviert – Yummie! Denn nicht nur Liebe, sondern auch Freundschaft und kultureller Austausch geht durch den Magen.

Der Eurovision-Songcontest (ESC)

Was bietet sich im internationalen Umfeld besser an, als gemeinsam den ESC zu verfolgen? Richtig, nicht viel. Obwohl ich in Deutschland wie immer keine allzu großen Hoffnungen gesetzt hatte, habe ich zusammen mit Freunden – überwiegend Deutschen – das Spektakel verfolgt. Obwohl die Internetverbindung nicht gerade die zuverlässigste war und Teile der Show in lauten Gesprächen untergegangen sind, blieb nicht viel zur Verteidigung der Leistung Deutschlands übrig. An erster Stelle steht jedoch wie immer der Spaß und der ist bei einer Viewing-Party eindeutig eher garantiert als zuhause vor dem eigenen Laptop. Trotz der Niederlage Deutschlands war es schön, die Freude mit dem Sieger teil zu können, beziehungsweise von vornherein viel unparteiisch zu sein und mit mehreren Nationalitäten mitzufiebern.

Bowling mit SUS

Während sich mein ‚Ehrgeiz‘ oder Nationalstolz bei überdimensionierten (Sport-)Veranstaltungen oder solchen wie dem ESC eher in Grenzen hält, wird mein Ehrgeiz viel eher geweckt, wenn ich selbst Einfluss auf den Erfolg haben – so auch beim Bowling. Zwar geht es beim Spielen immer primär um den Spaß, aber wie wir alle wissen ist dieser in gewisser Weise nicht ganz unabhängig vom Erfolg.

Bereits in vorherigen Beiträgen habe ich die Students Union und ihre vielfältigen Angebote gelobt. Neben einem monatlich angebotenen, kostenlosen Frühstück, Tanzkursen, Wanderungen und vieles mehr wurde in den letzten Wochen auch eine Game-Night zum Studentenpreis angeboten. In einer Sportbar, in der Sport jedoch nicht nur auf dem Bildschirm läuft, sondern auch aktiv praktiziert werden kann, laden Bowling, Minigolf und Co zum Verweilen ein. Dass Stockholm generell ein teures Pflaster ist und man sich kostspielige Freizeitaktivitäten gerne verkneift, muss ich an dieser Stelle glaub nicht nochmal erwähnen. Als Mitglied der Students Union kann man hier allerdings für 39 Kronen (ca. 3,70 Euro) ein alkoholisches Getränk inklusive einer Runde Bowling oder Minigolf ergattern. Selbst Abendessen wird zu einem sehr fairen Preis von 99 SEK angeboten. Was ich damit sagen will: Sobald es der Stundenplan zulässt, gibt es keinen Grund, die Montage nicht in diesem Spieleparadies ausklingen zu lassen. Tatsächlich ist das eine der wenigen Fälle, in denen sich der Spies zwischen Deutschland und Schweden preistechnisch herumdreht. Ich kann mich nicht konkret daran erinnern, wann ich in der Heimat das letzte Mal Bowling spielen war. Woran ich mich allerdings erinnern kann: Bowling ist ein etwas teureres Vergnügen.

Während ich ursprünglich davon ausging, dass dieses Angebot bereits vorherige Woche zum letzten Mal angeboten wurde, dürfen wir tatsächlich nächsten Montag erneut die Bälle rollen lassen und das eigentlich letzte Mal noch einmal erleben, Juhuuuu!

Besuch der Königlichen Oper – Dracula

Ebenfalls zu einem echt fairen Preis kann man hier als Student in die Oper gehen. Unter anderem aus diesem Grund stand ein Opernbesuch auch ganz weit oben auf meiner To-Do-Liste. Dennoch, wie so oft nehme ich mir Dinge vor, an deren Umsetzungen es dann schlussendlich doch hapert, meistens aus Zeitgründen. Umso besser hat es sich jedoch getroffen, dass eine liebe Freundin die Sache mit der Organisation in die Hand genommen hat und ich einfach nur mitgehen musste. Mittwochabend durften wir dann der Oper Dracula folgen, aus luftiger Höhe und mit schwedischen Untertiteln. Gerade das mit der Fremdsprache mag sich erst einmal abschreckend abhören, aber zu meinem eigenen Verblüffen habe ich viel mehr verstanden als erwartet.

Während mein letzter Opernbesuch vermutlich zu Schulzeiten stattgefunden hat und daher nicht von großem Interesse für mich war, hat mich dieser hier hundertprozentig überzeugt! Die Sänger haben nicht nur mit tollen Stimmen überzeugt, auch das schauspielerische Talent dieser war sehr eindrucksvoll. Auf der Bühne war immer etwas los: Vampire haben in schwindelerregender Höhe getanzt und sich von der Decke abgeseilt, Dracula selbst hat sich grade wie ein Brett aus seinem Sarg erhoben und Vampirjäger haben für ordentlich Aufruhr gesorgt. Da bekommt man direkt Lust sich die nächste Oper – oder ähnliche künstlerische Darbietungsformen – anzugucken.  

End of the Semester Ball

Nicht nur die fiktiven Geschöpfe der Nacht durften ihr Unwesen treiben. Auch die Studenten wurden vergangene Woche ein letztes Mal zum großen durch-die-Nacht-Tanzen aufgerufen. Die Bezeichnung Ball hat sich für mich zunächst nach einer festlichen, wenn auch mit Spaß verbunden Angelegenheit angehört und auch die Veranstalter haben immer wieder darauf hingewiesen, dass der Dresscode schick ist. Am Veranstaltungsort angekommen hat jedoch nicht mehr viel an das Motto „Ball“ erinnert. Neben Studenten haben sich dort auch einige Schüler hin verirrt, viele der Schüler und Studenten in billigen Party- statt eleganten Ball-Outfits. Damit erschienen unsere doch eher bedachte Kleiderwahl und das aufwendigere Make-up als überflüssig. Nichtsdestotrotz war die Musik ganz gut und wir hatten unseren Spaß. Denn egal wie eine Veranstaltung offiziell heißen mag, primär kommt es auf die Menschen an, mit denen man sich dort umgibt und feiert!   

Eine Herausforderung dieses Abends war für mich jedoch das späte zu Bett gehen. Zwar verbringe ich zurzeit viele Abende (und Nächte) am Schreibtisch, die Dämmerung erlebe ich jedoch meistens noch aktiv mit. Wenn man allerdings erst in den frühen Morgenstunden zu Bett geht, begrüßt einen die Sonne mit fordernden, energiegeladenen Sonnenstrahlen und auch die Vögelchen singen bereits den Tag herbei.

Weiße Nächte

Zwar hatte ich ausreichend Zeit mich peu à peu an die kürzer werdenden Nächte zu gewöhnen und dennoch stellen mich die nicht enden wollenden Tage hin und wieder vor eine Herausforderung. Gehe ich abends aus Vernunft zu Bett und nicht, weil ich müde bin, ist an Schlaf meist nicht zu denken. Dunkelheit macht bekanntlich müde, Helligkeit jedoch eher weniger. Teilweise liege ich nachts auch einfach wach wegen der Faszination, die die nächtliche Dämmerung auf mich hat. Immer wieder will ich die Augen öffnen um zu sehen, ob die Dämmerung noch da ist, oder ob das zarte Hellblau der Abenddämmerung bereits in hellweiße Morgendämmerung umgeschlagen hat.

Damit möchte ich mich gar nicht über zu wenig Schlaf beschweren. Das stört mich überhaupt nicht, denn die Sonne schenkt zumindest mir hier ausreichend Energie, um die langen Tage zu überstehen. Viel mehr möchte ich diese Faszination mit euch teilen, die wochenlange Tage auf mich haben.

Vielleicht inspiriert euch mein Blog ja auch ein wenig und ihr träumt nun selber davon, Schweden zu bereisen.

Den heutigen Beitrag möchte ich mit einem Stück Kuchen und Chai Latte schließen. Vielleicht löst so eine schwedischen Fika bei euch ja nochmal mehr Inspiration und Schweden-Euphorie aus!

Die Zeit rennt

Ich kann es gar nicht oft genug sagen, aber die Zeit vergeht wie im Flug. Sie rennt und eilt mit großen Schritten. Das Paradoxe: Je voller die Tage, desto schneller vergeht die Zeit. Und so passiert es immer wieder, dass ich mir vornehme euch auf den neusten Stand zu bringen, es dann aber doch an Zeit mangelt, meine Gedanken zu Papier zu bringen, Bilder auszuwählen und vieles mehr. Nun ja, nach vielen, mit Aktivitäten vollgepackten Tagen, ist es heute dann doch wieder so weit, von mir hören zu lassen.

Schiff Ahoi

Wie bereits im April mit Andy bin ich vergangenes Wochenende erneut mit Freunden in See gestochen. Das erklärte Ziel unserer Reise: Jede Menge Spaß, köstliches Essen und ein Tag Sightseeing in Riga. Während die vorherige Schiffsreise nach Helsinki vor allem unter dem Motto „geschenktauglich“ stand, schipperten wir nun unter dem Motto „studentenfreundlich“ von Stockholm in die Hauptstadt Lettlands. Für diejenigen unter euch, die jetzt denken, dass ich einen Geld-Esel auf dem Balkon haben muss, habe ich Entwarnung. Da ich den Preis außerdem noch immer unschlagbar finde, muss ich diesen einfach mit euch teilen. Aber schätzt gerne zuerst, was eine 40-stündige Mini-Kreuzfahrt wohl kosten könnte.

~ Trommelwirbel ~

Zwölf Euro fünfzig pro Person. Ganz genau, ihr habt richtig gelesen! Zum Vergleich: Für meine Wohnung in Stockholm zahle ich etwa das 1,5-fache pro Nacht (!). Ein Grund mehr, die Freizeit mit Reisen zu verbringen.

An Bord

Da wir mehr Zeit an Bord als an Land verbracht habe, fange ich mit unserem Programm an Bord an: Gemütlich und mit einem Gläschen mitgebrachten Wein (Studentenspartipp) haben wir zunächst die letzten Sonnenstrahlen und die Fahrt durch die idyllischen Schäreninseln vor Stockholm genossen. Begleitet wurden wir von einer Schaar Möwen, die sich scheinbar köstlich über uns amüsiert haben. Warum ich das denke? Die Viecher haben uns einfach ausgelacht! Als jedoch die ersten Passagiere angefangen haben, sie dafür mit Brot zu belohnen, war klar warum sie sich so köstlich amüsieren. Nachdem die illegale Möwenfütterung beendet war, konnte ich legale Studentenfütterung beginnen. Bereits im Voraus haben wir vereinbart, verschiedenes Essen mit an Bord zu bringen und unser eigenes Buffet aufzubauen. So gab es zum Abendessen Burger, Sommerrollen, Wraps und Obstsalat – Yummi!

Ebenso wie die Serenade hat auch die Romantika ein unterhaltsames Abendprogramm plus Mitternachtsshow angeboten. Für Verblüffen hat ein mongolischer Zirkus gesorgt, dessen Artistinnen in und an Seilen, sowie in Reifen hoch über der Bühne akrobatische Kunststücke aufgeführt haben, sowie Artisten, die sich oder ihre Kollegen in menschliche Trampoline und Katapulte verwandelt und Menschenpyramiden gebaut haben. Gebannt wie ich die Shows verfolgt habe, haben sich auch diese 15-30 Minuten wie fünf angefühlt (Stichwort: Die Zeit rennt).

Nach der Mitternachtsshow hat es mich an beiden Abenden noch in den bootseigenen Club gezogen. Da sich unsere Kabine direkt darüber befunden hat, hat es auch keinen allzu großen Unterschied gemacht, denn den Bass konnten wir auch nach Ende der Party weiterhin spüren. Eins kann ich euch sagen: Wenn man nicht wirklich k.o. ist und man vom Beat guter Musik erschüttert wird, fällt das mit dem Schlafen gar nicht so leicht.   

Im Herzen des Baltikums – Ein Tag in Riga

Zu einer doch sehr studentenfreundlichen Zeit – 11:00 Uhr lettischer Zeit – haben wir das schöne Riga erreicht. Willkommen geheißen wurden wir von 18 Grad und Sonnenschein – das perfekte Wetter, um in ein Kleid zu schlüpfen und die Sonnenbrille zum Accessoire der Wahl zu machen. Da der Fährhafen sehr nah am Stadtzentrum liegt, konnten wir alles fußläufig erkunden. Ausgestattet mit einer Karte, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu finden, sind wir also losgezogen.

An dieser Stelle bietet es sich vielleicht ganz gut an, euch etwas mehr über „Team Riga“ zu verraten. Gemeinsam mit Saskia, Lucy und Marvin habe ich mich auf große Reise begeben. Damit waren wir international und größentechnisch breit aufgestellt: Von Deutschland, den Niederladen und Neuseeland, von knapp unter 1,60 bis knapp unter 2 Metern. Das Wichtigste allerdings: Allesamt liebe Freunde von mir. I love you, guys! It was a lot of fun 🙂

Nun aber zurück zu Riga! Besonders beeindruckend fand ich die wunderschöne Altstadt, die sich windenden Straßen und das viele saftige Grün im Herzen der Hauptstadt. Um ehrlich zu sein habe ich davor nie darüber nachgedacht, mir das Baltikum oder insbesondere Riga anzugucken, aber ich kann allen wirklich eine wärmste Reiseempfehlung aussprechen! Gerade von Stockholm aus bietet sich eine Reise aufgrund der guten Anbindung bestens an.

Da sich unsere Zeit an Land nur auf sechs Stunden beschränkt hat, haben wir die meiste Zeit auf den Straßen und nicht in Museen verbracht. Ein Gebäude haben wir uns allerdings auch von Innen angeguckt: Das Schwarzhäupterhaus. Dort ist auch das Bild von Marvin, Lucy und Saskia im Türbogen entstanden. Zur Mittagszeit sind wir schließlich in einem vegetarischen Restaurant zum Mittagessen / Brunch eingekehrt. Und das Essen war KÖSTLICH! Was ebenfalls köstlich war, waren die Preise in Riga. Zum einen stimmen mich Euro-Preise immer wieder heimisch, zum anderen war alles deutlich billiger als in Stockholm – ein erster Vorgeschmack auf die Rückkehr nach Deutschland. Außerdem gibt es in Lettland, ebenso wie in Deutschland, Drogeriemärkte, die Kosmetika zu fairen Preisen verkaufen. Für uns Mädels war das natürlich das Paradies, der Apfel der Versuchung, dem wir nicht widerstehen konnten!

Wie immer bin ich der Meinung, dass Bilder mehr als Tausend Worte sagen. Vor allem, nachdem ihr bereits 882 Worte von mir gelesen habt!

Die Sache mit dem Studieren

Diese Woche stand bei mir allerdings auch die Abgabe des zweiten Take Home Examens in Philosophischer Logik an. Aufgrund des erneuten Freizeitstresses habe ich es zwar nicht anders erwartet, aber die Tage nach der Rückkehr nach Stockholm waren alles andere als entspannt. Und immer noch kann ich nicht wirklich nachvollziehen, wie es passieren konnte, dass ich in dieser Hölle aus Junktoren, Operatoren, griechischen Buchstaben usw. landen konnte.
Zur Belohnung gab es dann vom Dozenten nach Abgabe des zweiten Examens nachmittags direkt das Dritte. Uns Studenten könnte ja versehentlich langweilig werden, wenn wir nicht dauerhaft von der Uni auf Trapp gehalten werden, oder?!  

Während diese spaßige Angelegenheit bis zum 31. Mai erledigt werden will, ist und bleibt noch ein Essay für meinen Medien-Kurs zu schreiben. Das bereitet mir zwar bei weitem mehr Freunde als Logik-Aufgaben zu lösen, aber von alleine schreibt sich auch ein Essay nicht.

Ein vom Essen bestimmtes Leben

Einfach, weil ihr alle wisst, wie gerne ich esse: Nach Abgabe des Examens gestern war ich direkt erneut mit Freunden beim Asia Lunch-Buffet, den Abend davor zum Kochen und Essen eingeladen, von der Schlemmerei auf der Reise nach Riga will ich gar nicht erst wieder anfangen. Und doch stehen in der eigenen Küche alle Zeichen auf „Aufbrauchen was geht“, denn das Ende naht.

Alles hat ein Ende

… Nur die Wurst hat zwei (@Saskia, nur für dich!).

Am 14. Juni laufen die Verträge für die Studentenwohnungen aus, die ersten haben bereits ihre Rückreise geplant, das Ende scheint zunehmend unaufhaltsam. Viele Sachen, so alltäglich sie auch sein mögen, finden wohl oder übel ein letztes Mal für mich statt. Nächste Woche werden es mindestens drei ihrer Art sein: Das Language Café, das kostenfreie Frühstück und die Spieleabende mit SUS. Während meiner Zeit hier in Stockholm ist mir vor allem das Language Café ans Herz gewachsen. Aber auch das Meer, der Wald, sowie die Sonnenauf- und -untergänge werden mir fehlen. Wie beeindrucken hier vor allem die Dämmerung ist, sehr ihr auf den nächsten Fotos. Zwar sind wir noch mehr als einen Monat von Mittsommer entfernt und doch wechselt der Himmel nachts nicht mehr von blau zu (raben)schwarz.  

Frühling in Schweden

Meine Lieben, wie immer hat man von einer bestimmten Sache stets zu wenig. Und nein, ich rede nicht von Geld, sondern von Zeit! Dennoch wollte ich mir heute die Zeit nehmen um euch nochmal von meinen letzten – kleineren und größeren – Abenteuern zu berichten, bevor ich mich bereits morgen wieder auf Reisen begebe.

Kulturnatt – zu Deutsch „Kulturnacht“

Um dort anzuschließen, wo mein letzter Beitrag geendet hat – dem Abend vor der Kulturnatt – möchte ich euch auf eine kleine kulturelle Reise durch Stockholm mitnehmen. Angebote wie diese findet man eigentlich auch in jeder deutschen Großstadt und auch dort bin ich Fan dieser. Hier hatte die Kulturnatt jedoch den großen Vorteil oder Anreiz, möglichst viele und hohe Eintritte zu umgehen, sei es für Museen, öffentliche Gebäude oder auch die Oper. Wie viel man innerhalb von fünf Stunden erleben kann, war mir davor gar nicht bewusst. Wenn man den Faktor Geld jedoch vernachlässigen kann und jeder seine Ideen einbringt, kommt einiges an Programm zusammen!

Begonnen hat die Kulturnatt für mich auf einer Dachterrasse, auf der Livemusik gespielt sowie verschiedenstes Essen und Handwerkskunst angeboten wurde. Allerdings war das überraschendste ein Open-Air-Zumba-Kurs, der dort ebenfalls stattgefunden hat. Folglich hatten wir nicht damit geplant, den Abend mit einer Runde Zumba zu eröffnen, jedoch sind die unvorhergesehenen Dinge wohl bekannt oft die Besten. Und tatsächlich hat dieser Zumba-Kurs unheimlich viel Spaß gemacht! Qualitative hochwertiges Zumba vermisse ich hier wirklich. Dabei können Latin-Music, ein paar coole Moves und ein motivierender Instructor sooo viel..

Nachdem wir selbst das Tanzbein geschwungen haben sind wir weiter zur nächsten Station, einem Tanzbattle. Leider war es dort bereits sehr voll und es gab für uns nicht all zu viel zu sehen. Dennoch haben dort verschiedene Food-Trucks ihre Köstlichkeiten angeboten und wie ihr mich alle kennt wisst ihr, dass ich gutem Essen nicht wiederstehen kann! So wurde ein buntes Abendessen direkt zur zweiten Aktivität, die nicht als solche geplant war, dem Gaumen jedoch eine große Freude bereitet hat.

Kurz darauf bin ich dann mit meinen Freunden weiter in Richtung Museen. Bereits im Voraus habe ich von einem Spielzeug- und Comic-Museum gelesen, das sich nicht weniger Eindrucksvolles als alte Tunnel als Ausstellungsraum ausgesucht hat. Comics zählen zwar zugegebener Maßen nicht zu meiner großen Leidenschaft, allerdings war das Gesamtbild einfach stimmig, sehr eindrucksvoll und insbesondere die alten Spielsachen habe mich teilweise melancholisch gestimmt. Teilweise ist die eigene Kindheit wohl doch bereits so lange her, dass sie in Museen ausgestellt wird.
Nichtsdestotrotz – die Nacht ist lang und wir sind jung – waren wir natürlich noch nicht am Ende unserer Reise angelangt.

Nächster Halt: Die königliche Oper. Sehr prunkvoll, stilsicher und klassisch. Leider haben wir den Zeitpunkt verpasst, uns ein kostenloses Konzert anzuhören und den Opernsaal selbst zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt war das zwar schade, wobei ich das nun noch mehr als Grund betrachte, der Oper einen (Opern)Besuch abzustatten.

Weiter sollte es mit dem Parlament gehen, vor dem jedoch bereits eine unendlich lange Schlange stand, während das Programm schon bald zu Ende sein sollte. Rational wie wir Studenten nun einmal sind haben wir kurzerhand entschieden, zurück ins Stadtzentrum zu gehen und dem Kulturhuset einen Besuch abzustatten. Erneut ungeplant hat uns auf dem Weg dorthin jedoch das Dansmuseet (Tanzmuseum) in seinen Bann gezogen und zum Verweilen eingeladen. Das Foyer wurde zum Dancefloor und zwei DJs haben für gute Stimmung gesorgt.

Zu guter Letzt wollten wir uns noch das Tekniska Museet und dessen VR-Ausstellung angucken, jedoch mussten wir auf halbem Weg feststellen, dass dieses sehr schlecht zu erreichen ist und wir von dort aus nachts über eine Stunde gebraucht hätten, um nach Hause zu kommen. So haben Pragmatismus und Müdigkeit schlussendlich doch gesiegt und ein wunderschöner, vielfältiger und unvorhergesehener Abend ging zu Ende.

Valborg – Ade Winter, willkommen Frühling

Wie die Überschrift des heutigen Blogs vielleicht hat bereits vermuten lassen, soll auch der Frühling Thema sein. Bis auf ein, zwei schöne Wochen hat hier nämlich primär der Winter dominiert. Während wir in Deutschland bereits an Ostern große Feuer anzünden, um den Winter zu vertreiben, wird dieser Brauch hier erst Ende April praktiziert. Die Idee ist jedoch die gleiche: Den Winter vertreiben und den Frühling willkommen heißen. Während am Abend des 30. April zig verschiedene Unterhaltungsprogramme in Stockholm und Umgebungen angeboten wurden, fand die wohl größte Party in Uppsala statt – jedoch ohne mich. Ich habe mich gemeinsam mit Freunden dazu entschieden, Valborg in Skansen zu feiern. Tatsächlich war ich davor noch nicht in Skansen, einem riesigen Freilichtmuseum und Zoo auf Djurgården, im Herzen Stockholms. Und das Beste kommt noch: freier Eintritt für Studenten! Obwohl ich kein großer Fan von Zoos bin hat mir dieser erstaunlich gut gefallen. Die Tiere haben recht viel Platz und werden meist paarweise gehalten. Eines der Pärchen waren Elche – Ja!, ich habe endlich einen Elch gesehen, wenn auch nicht in freier Wildbahn. Die Größe dieser Tiere ist wirklich beeindruckend!

Nach einem Brezel-Abendessen in der Sonne ging es zur Hauptbühne und dem Feuer. Das Programm ließ bereits im Voraus jede Menge Unterhaltung vermuten, wenn auch überwiegend auf Schwedisch. Eröffnet wurde der Abend von Orchester, Tänzern und Sängern der Stockholm Universität, gefolgt von einer Frühlingsrede (allerdings habe ich nur einzelne Passagen verstanden), einem Herrenchor und einer fetzigen Band. Entzündet wurde das Feuer schließlich von mehreren Fackelträgern, die begleitet von klassischen schwedischen Frühlingsliedern zur Feuerstelle geschritten sind. Das Spektakel war wirklich episch – Gänsehaut und Pipi in den Augen vorprogrammiert! Es war einfach alles stimmig und diese schwedische Tradition gemeinsam mit Freunden zu erleben war einfach wunderschön.  

Freundschaft kennt keine Grenzen

Apropos Freunde: Letztes Wochenende haben mich meine lieben Freunde Elza und Natalie aus Dresden besucht. Freundschaft kennt einfach keine Grenzen! Das ist eine Erfahrung, die ich immer wieder gerne mache und an der ich auch gerne festhalte. Egal ob Schwetzingen, München, Stuttgart, Dresden oder nun Stockholm: All diese Orte darf ich mein Zuhause nennen, denn (neue) Freundschaften haben diese Städte für mich unvergesslich gemacht. Umso mehr bedeutet es mir, wenn diese Freunde mich auch in einer meiner anderen Heimaten besuchen und ich mich wie an zwei Orten gleichzeitig fühlen kann. Ich bin so froh, immer und überall so tolle Menschen kennengelernt zu haben, Menschen, die ich meine Freunde nennen darf, die mit mir lachen und weinen, die immer ein offenes Ohr für mich haben und all diese schönen Momente nicht nur schön, sondern unvergesslich machen. Einerseits hat die Distanz zu meinen lieben Freunden in Deutschland dazu geführt, dass ich sie umso mehr vermisse und zu schätzen weiß, andererseits habe ich dadurch auch im schönen Stockholm inspirierende Menschen getroffen, die mich ebenso glücklich machen. Freunde aus Deutschland und Stockholm gemeinsam an einem Tisch zu haben ist toll. Dass sie sich verstehen zeigt mir, dass ich eines richtig mache: mich mit den richtigen Menschen zu umgeben.

Während ich jetzt doch etwas vom Thema abgekommen bin, wollte ich euch doch eigentlich an Elzas und Natalies Besuch teilhaben lassen. Weniger als 48 Stunden hatten wir Zeit, um Geschichten zu erzählen, alten und neuen Klatsch auszutauschen und neue gemeinsame Erlebnisse zu schaffen. Wie sollte es auch anders sein: Direkt am Abend (oder besser der Nacht) ihrer Ankunft sind wird erst gegen halb 4 ins Bett gekommen. Es gibt einfach immer etwas zu erzählen und insbesondere Frauen tuen sich augenscheinlich schwer damit, die Nächte mit Schlafen zu verbringen, wenn es doch spannende Geschichten gibt, deren Erzählung nicht bin zum nächsten Tag Zeit hat. Aber so sind wir Mädels nun einmal und ich finde es klasse!

Die Standard-Stadtführung von T-Centralen über Gamla Stan nach Södermalm ist und war natürlich auch für diesen Besuch Pflicht. Ebenso Pflicht war eine schwedische Fika, zu der wir uns Mandelkaka und Chokladbollar gegönnt haben. Abends haben wir außerdem dem als „bestes veganes Restaurant in Stockholm“ bekannten Buffetrestaurant einem Besuch abgestattet. Dort gab es Köstlichkeiten so weit das Auge reicht – und vor allem die Lasagne war mir eine pure Gaumenfreude! Das Leben ohne Ofen macht mir doch zunehmend zu schaffen. Dem Ende des Verzichts auf Pizza, Lasagne und Co. fiebere ich schon entgegen und sammele fleißig Rezepte, die ich nach langer, langer Zeit endlich ausprobieren kann.

Neben schwedischen Leckereien habe ich den Beiden auch einige meiner Lieblingsorte zeigen können und wir haben die Schönheit, Friedfertigkeit und Ruhe der (unberührten) Natur genossen: Frühstück in der Sonne, ein Nickerchen am Wasser beziehungsweise auf einem Steg und eine Fährfahrt durch die Hauptinseln Stockholms.

Unistress durch Freizeitstress

Wie ihr vielleicht bereits zwischen den Zeilen gelesen habt, hatte ich die letzten Wochen und Tage etwas mehr Freizeitstress. Da die Uni davon allerdings nichts wissen möchte, führt ein Mehr an Freizeit auch zu einem Mehr an Unistress. Aktuell darf ich mich mit einem Take Home Examen in Philosophischer Logik vergnügen. Während das erste dieser Examen für mich besser ausgefallen ist als ich es erwartet hätte, schwanken meine Gefühle nun erneut zwischen „eigentlich ganz lustig“ und „was zur Hölle will der Dozent hier schon wieder von mir wissen?!“. Immerhin habe ich für das hiesige noch etwa fünf Tage Zeit. Dennoch versprechen die nächsten Tage erneut genug Freizeitstress, wodurch Unistress unvermeidbar ist.

Außerdem habe ich letzte Woche Freitag meine Schwedisch-Klausur geschrieben. Bitte drückt mir fleißig die Daumen, dass ich bestanden habe und nicht nochmal zur Re-Examination antanzen muss!  

Wie anfangs bereits erwähnt, geht es morgen mit drei Freunden auf Reise nach Riga. Wir fahren erneut mit der Fähre, haben wieder sechs Stunden Zeit an Land und verbringen zwei Nächte auf dem Schiff. Ich bin schon sehr gespannt und voller Vorfreude auf 40 sehr intensive Stunden!

Glücklich und zufrieden zurück im Studentenleben

Ein Leben ohne Sonne ist kein Leben – Meine Mid-ERASMUS-Crisis

Zunächst einmal: Sorry, dass ihr so lange nichts von mir gehört habt! Rückblickend würde ich sagen, dass ich eine kleine Mid-ERASMUS-Krise hatte – diese ist jetzt allerdings erfolgreich überwunden. Wie ich euch ja bereits habe wissen lassen, gab es einige Probleme mit meiner Wohnung und ich bin einfach ein Mensch, der sich in seinen eigenen vier Wänden wohlfühlen muss, um glücklich zu sein. Fast vier Wochen in einer Wohnung ohne Balkon oder Sonnenschein, morgendliche Geräuschbelästigung durch die Müllabfuhr, nachts ein hell erleuchtetes Zimmer dank der Schule gegenüber und vor allem Kälte haben mir doch etwas aufs Gemüt geschlagen. Dazu kam dann noch das erste Home-Examen in Philosophischer Logik, das mich dezent überfordert hat. Tatsächlich fällt es mir schwer mich an die Beweggründe zu erinnern, diesen Kurs zu wählen. Klar, Logik ist an sich etwas Spannendes und macht Spaß, aber zwischen dem Niveau, auf dem meine damaligen Bachelor-Kurse basierten und dem hier liegen Welten.

Nichtsdestotrotz bin ich nun wieder zurück im Leben – als Student, in Stockholm, als Freigeist und Sonnenanbeter.

Sonne in Schweden und in meinem Herzen

Auch wenn ich zwischenzeitlich davon ausging, dass ich hier zum Wintermensch werden könnte, ist und bleibt die warme Jahreszeit mein Favorit. Während mich zweitweise jede schön-Wetter-Meldung aus Deutschland eher deprimiert und wehleidig gestimmt hat, sind die Temperaturen hier auch erstmals auf 20 Grad hochgeklettert. Das war nicht nur Balsam für die schneeweise Winterhaut, sondern auch für die Seele. Der Frühling … es gibt ihn also doch noch! Sogar hier im schönen und dennoch eisigeren Stockholm.

Für Sonne im Herzen hat außerdem Andys Besuch gesorgt. Nach mehr als drei vollen Monaten haben wir uns endlich wiedergesehen und die Umstände hätten nicht besser seien können. Zum Glück hatte die Sonne genug Platz im Koffer gefunden, sodass sie mit Andy nach Schweden reisen konnte. Außerdem durfte ich am Tag seiner Ankunft endlich umziehen; In eine hellere Wohnung mit Balkon; In ein Leben, das wieder an Sinn zu gewinnen scheint.

Urlaub in Schweden und um Schweden und um Schweden herum

Was bietet sich besser an als den Besuch zum eigenen Urlaub zu machen? Genau – Nichts. Und so konnte auch ich meine weitere Umgebung über die Osterferien etwas besser kennenlernen.

Upps(ala) I did it again

Okay, nicht ganz, denn der Besuch in Uppsala war mein erster. Außerdem ist Uppsala damit die erste schwedische Stadt, die ich neben Stockholm kennenlernen durfte. Uppsala ist wunderschön und gerade für Studenten soll die Stadt viel bieten. Aber ganz ehrlich: Im Vergleich zu Stockholm, das selber keine richtige Großstadt ist, ist Uppsala eher ein etwas größeres Dorf. Innerhalb weniger Stunden konnten wir alle Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichen und uns vom Flair der Stadt inspirieren lassen. Vielleicht geht es nur mir so, aber mich erinnert Uppsala etwas an eine Stadt in den Niederladen. Die Stadt war bereits voller Fahrräder, während die Saison in Stockholm noch nicht begonnen zu haben scheint und entlang des Flusses, entlang dessen sich Uppsala erstreckt, reihen sich Cafés und Parkanlagen. Eines dieser schnuckeligen Cafés hat auch für uns seine Türen geöffnet und mich mit seinem unglaublich leckerem und erfrischend leichtem Morotskaka (Karottenkuchen mit Zitronencreme) verzaubert. Ich bin mir dessen bewusst, dass Geschmäcker auseinander gehen, aber einige der schwedischen Naschereien sind wirklich alles andere als erfrischend oder leicht und daher wirklich nicht mein Fall. Dennoch ist es immer wieder interessant auch diese übermäßig süßen „Köstlichkeiten“ zu probieren.    

Wie die Schweden zu sagen pflegen: Helsingfors – wie die Deutschen zu sagen pflegen: Helsinki

Als Geburtstagsüberraschung für Andy konzipiert und doch nicht ganz uneigennützig, hat es mich in der Woche vor Ostern außerdem nach Finnland verschlagen. Aufgrund der Geografie ist das bevorzugte Transportmittel tatsächlich das Schiff, um von Stockholm nach Helsinki und wieder zurück zu kommen. Dabei bieten die Fährunternehmen nicht nur Überfahrten, sondern auch ganze Minikreuzfahrten an, bei denen man zwei Nächte auf dem Schiff verbringt und tagsüber einen Aufenthalt von mehreren Stunden hat, um die Stadt zu erkunden. Dennoch ist nicht nur die Zeit an Land eine solche Reise wert, auch die Zeit auf dem Schiff ist Urlaub pur. Unser Dampfer war mit einer großen Einkaufspassage ausgestattet, in der außerdem diverse Restaurants zum Speisen eingeladen haben. Der Sonnenuntergang konnte von Deck aus beobachtet werden, unter Deck haben Pubs und eine Showbühne zum Verweilen eingeladen. Livemusik, Mitternachtsshow und abdancen in der schiffseigenen Disco inklusive. Von dem Frühstücks- und Dinner-Buffet will ich gar nicht erst anfangen zu schwärmen. Aber: es war himmlisch!

Helsinki selbst ist eine wunderschöne Stadt, bei der sechs Stunden jedoch bei Weitem nicht ausreichen, um alles anzugucken. Umso besser, dass wir auf der Tour mit dem Hop on Hop off Bus viele interessante Infos rund um Helsinki und Finnland erhalten haben. Am beeindruckendsten fand ich die verschiedenen Kirchen: von der wohl bekanntesten, der evangelischen weißen Kirche, der orthodoxen roten Kirche und der Felsenkirche, die vor allem durch ihre beeindruckende Architektur überzeugt.

Das Reisen geht weiter

Weil das Reisen so viel Spaß macht, geht es bereits in zwei Wochen damit weiter. Die nächste größere Reise wird nach Riga, Lettland gehen. Erneut werden wir mit dem Schiff anreisen und alle damit verbundenen Vorzüge genießen.

Überraschender Weise ist der 1. Mai auch in Schweden ein Feiertag – wobei ich nicht weiß, was genau hier gefeiert wird. Nichtsdestotrotz werde ich diesen vermutlich dazu nutzen, um mit Freunden aus dem Sprachcafé einen Ausflug in den Archipel zu machen und die Schären etwas besser kennenzulernen.

Generell habe ich das Gefühl, dass mit dem Frühling auch die Veranstaltungen kommen. Heute findet in Stockholm die Kulturnatt (Kultur Nacht) statt, bei der verschiedene Einrichtungen ihre Tore öffnen oder spezielle Aufführungen darbieten. Ich bin schon sehr gespannt auf ausgefallenes Essen, verkauft durch Foodtrucks, verschiedene Museen und musikalische Unterhaltungen.   

Wall of Fame

Zu guter Letzt: Inspirierende Graffiti-Kunst in Stockholm