Die Zeit rennt

Ich kann es gar nicht oft genug sagen, aber die Zeit vergeht wie im Flug. Sie rennt und eilt mit großen Schritten. Das Paradoxe: Je voller die Tage, desto schneller vergeht die Zeit. Und so passiert es immer wieder, dass ich mir vornehme euch auf den neusten Stand zu bringen, es dann aber doch an Zeit mangelt, meine Gedanken zu Papier zu bringen, Bilder auszuwählen und vieles mehr. Nun ja, nach vielen, mit Aktivitäten vollgepackten Tagen, ist es heute dann doch wieder so weit, von mir hören zu lassen.

Schiff Ahoi

Wie bereits im April mit Andy bin ich vergangenes Wochenende erneut mit Freunden in See gestochen. Das erklärte Ziel unserer Reise: Jede Menge Spaß, köstliches Essen und ein Tag Sightseeing in Riga. Während die vorherige Schiffsreise nach Helsinki vor allem unter dem Motto „geschenktauglich“ stand, schipperten wir nun unter dem Motto „studentenfreundlich“ von Stockholm in die Hauptstadt Lettlands. Für diejenigen unter euch, die jetzt denken, dass ich einen Geld-Esel auf dem Balkon haben muss, habe ich Entwarnung. Da ich den Preis außerdem noch immer unschlagbar finde, muss ich diesen einfach mit euch teilen. Aber schätzt gerne zuerst, was eine 40-stündige Mini-Kreuzfahrt wohl kosten könnte.

~ Trommelwirbel ~

Zwölf Euro fünfzig pro Person. Ganz genau, ihr habt richtig gelesen! Zum Vergleich: Für meine Wohnung in Stockholm zahle ich etwa das 1,5-fache pro Nacht (!). Ein Grund mehr, die Freizeit mit Reisen zu verbringen.

An Bord

Da wir mehr Zeit an Bord als an Land verbracht habe, fange ich mit unserem Programm an Bord an: Gemütlich und mit einem Gläschen mitgebrachten Wein (Studentenspartipp) haben wir zunächst die letzten Sonnenstrahlen und die Fahrt durch die idyllischen Schäreninseln vor Stockholm genossen. Begleitet wurden wir von einer Schaar Möwen, die sich scheinbar köstlich über uns amüsiert haben. Warum ich das denke? Die Viecher haben uns einfach ausgelacht! Als jedoch die ersten Passagiere angefangen haben, sie dafür mit Brot zu belohnen, war klar warum sie sich so köstlich amüsieren. Nachdem die illegale Möwenfütterung beendet war, konnte ich legale Studentenfütterung beginnen. Bereits im Voraus haben wir vereinbart, verschiedenes Essen mit an Bord zu bringen und unser eigenes Buffet aufzubauen. So gab es zum Abendessen Burger, Sommerrollen, Wraps und Obstsalat – Yummi!

Ebenso wie die Serenade hat auch die Romantika ein unterhaltsames Abendprogramm plus Mitternachtsshow angeboten. Für Verblüffen hat ein mongolischer Zirkus gesorgt, dessen Artistinnen in und an Seilen, sowie in Reifen hoch über der Bühne akrobatische Kunststücke aufgeführt haben, sowie Artisten, die sich oder ihre Kollegen in menschliche Trampoline und Katapulte verwandelt und Menschenpyramiden gebaut haben. Gebannt wie ich die Shows verfolgt habe, haben sich auch diese 15-30 Minuten wie fünf angefühlt (Stichwort: Die Zeit rennt).

Nach der Mitternachtsshow hat es mich an beiden Abenden noch in den bootseigenen Club gezogen. Da sich unsere Kabine direkt darüber befunden hat, hat es auch keinen allzu großen Unterschied gemacht, denn den Bass konnten wir auch nach Ende der Party weiterhin spüren. Eins kann ich euch sagen: Wenn man nicht wirklich k.o. ist und man vom Beat guter Musik erschüttert wird, fällt das mit dem Schlafen gar nicht so leicht.   

Im Herzen des Baltikums – Ein Tag in Riga

Zu einer doch sehr studentenfreundlichen Zeit – 11:00 Uhr lettischer Zeit – haben wir das schöne Riga erreicht. Willkommen geheißen wurden wir von 18 Grad und Sonnenschein – das perfekte Wetter, um in ein Kleid zu schlüpfen und die Sonnenbrille zum Accessoire der Wahl zu machen. Da der Fährhafen sehr nah am Stadtzentrum liegt, konnten wir alles fußläufig erkunden. Ausgestattet mit einer Karte, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu finden, sind wir also losgezogen.

An dieser Stelle bietet es sich vielleicht ganz gut an, euch etwas mehr über „Team Riga“ zu verraten. Gemeinsam mit Saskia, Lucy und Marvin habe ich mich auf große Reise begeben. Damit waren wir international und größentechnisch breit aufgestellt: Von Deutschland, den Niederladen und Neuseeland, von knapp unter 1,60 bis knapp unter 2 Metern. Das Wichtigste allerdings: Allesamt liebe Freunde von mir. I love you, guys! It was a lot of fun 🙂

Nun aber zurück zu Riga! Besonders beeindruckend fand ich die wunderschöne Altstadt, die sich windenden Straßen und das viele saftige Grün im Herzen der Hauptstadt. Um ehrlich zu sein habe ich davor nie darüber nachgedacht, mir das Baltikum oder insbesondere Riga anzugucken, aber ich kann allen wirklich eine wärmste Reiseempfehlung aussprechen! Gerade von Stockholm aus bietet sich eine Reise aufgrund der guten Anbindung bestens an.

Da sich unsere Zeit an Land nur auf sechs Stunden beschränkt hat, haben wir die meiste Zeit auf den Straßen und nicht in Museen verbracht. Ein Gebäude haben wir uns allerdings auch von Innen angeguckt: Das Schwarzhäupterhaus. Dort ist auch das Bild von Marvin, Lucy und Saskia im Türbogen entstanden. Zur Mittagszeit sind wir schließlich in einem vegetarischen Restaurant zum Mittagessen / Brunch eingekehrt. Und das Essen war KÖSTLICH! Was ebenfalls köstlich war, waren die Preise in Riga. Zum einen stimmen mich Euro-Preise immer wieder heimisch, zum anderen war alles deutlich billiger als in Stockholm – ein erster Vorgeschmack auf die Rückkehr nach Deutschland. Außerdem gibt es in Lettland, ebenso wie in Deutschland, Drogeriemärkte, die Kosmetika zu fairen Preisen verkaufen. Für uns Mädels war das natürlich das Paradies, der Apfel der Versuchung, dem wir nicht widerstehen konnten!

Wie immer bin ich der Meinung, dass Bilder mehr als Tausend Worte sagen. Vor allem, nachdem ihr bereits 882 Worte von mir gelesen habt!

Die Sache mit dem Studieren

Diese Woche stand bei mir allerdings auch die Abgabe des zweiten Take Home Examens in Philosophischer Logik an. Aufgrund des erneuten Freizeitstresses habe ich es zwar nicht anders erwartet, aber die Tage nach der Rückkehr nach Stockholm waren alles andere als entspannt. Und immer noch kann ich nicht wirklich nachvollziehen, wie es passieren konnte, dass ich in dieser Hölle aus Junktoren, Operatoren, griechischen Buchstaben usw. landen konnte.
Zur Belohnung gab es dann vom Dozenten nach Abgabe des zweiten Examens nachmittags direkt das Dritte. Uns Studenten könnte ja versehentlich langweilig werden, wenn wir nicht dauerhaft von der Uni auf Trapp gehalten werden, oder?!  

Während diese spaßige Angelegenheit bis zum 31. Mai erledigt werden will, ist und bleibt noch ein Essay für meinen Medien-Kurs zu schreiben. Das bereitet mir zwar bei weitem mehr Freunde als Logik-Aufgaben zu lösen, aber von alleine schreibt sich auch ein Essay nicht.

Ein vom Essen bestimmtes Leben

Einfach, weil ihr alle wisst, wie gerne ich esse: Nach Abgabe des Examens gestern war ich direkt erneut mit Freunden beim Asia Lunch-Buffet, den Abend davor zum Kochen und Essen eingeladen, von der Schlemmerei auf der Reise nach Riga will ich gar nicht erst wieder anfangen. Und doch stehen in der eigenen Küche alle Zeichen auf „Aufbrauchen was geht“, denn das Ende naht.

Alles hat ein Ende

… Nur die Wurst hat zwei (@Saskia, nur für dich!).

Am 14. Juni laufen die Verträge für die Studentenwohnungen aus, die ersten haben bereits ihre Rückreise geplant, das Ende scheint zunehmend unaufhaltsam. Viele Sachen, so alltäglich sie auch sein mögen, finden wohl oder übel ein letztes Mal für mich statt. Nächste Woche werden es mindestens drei ihrer Art sein: Das Language Café, das kostenfreie Frühstück und die Spieleabende mit SUS. Während meiner Zeit hier in Stockholm ist mir vor allem das Language Café ans Herz gewachsen. Aber auch das Meer, der Wald, sowie die Sonnenauf- und -untergänge werden mir fehlen. Wie beeindrucken hier vor allem die Dämmerung ist, sehr ihr auf den nächsten Fotos. Zwar sind wir noch mehr als einen Monat von Mittsommer entfernt und doch wechselt der Himmel nachts nicht mehr von blau zu (raben)schwarz.  

Frühling in Schweden

Meine Lieben, wie immer hat man von einer bestimmten Sache stets zu wenig. Und nein, ich rede nicht von Geld, sondern von Zeit! Dennoch wollte ich mir heute die Zeit nehmen um euch nochmal von meinen letzten – kleineren und größeren – Abenteuern zu berichten, bevor ich mich bereits morgen wieder auf Reisen begebe.

Kulturnatt – zu Deutsch „Kulturnacht“

Um dort anzuschließen, wo mein letzter Beitrag geendet hat – dem Abend vor der Kulturnatt – möchte ich euch auf eine kleine kulturelle Reise durch Stockholm mitnehmen. Angebote wie diese findet man eigentlich auch in jeder deutschen Großstadt und auch dort bin ich Fan dieser. Hier hatte die Kulturnatt jedoch den großen Vorteil oder Anreiz, möglichst viele und hohe Eintritte zu umgehen, sei es für Museen, öffentliche Gebäude oder auch die Oper. Wie viel man innerhalb von fünf Stunden erleben kann, war mir davor gar nicht bewusst. Wenn man den Faktor Geld jedoch vernachlässigen kann und jeder seine Ideen einbringt, kommt einiges an Programm zusammen!

Begonnen hat die Kulturnatt für mich auf einer Dachterrasse, auf der Livemusik gespielt sowie verschiedenstes Essen und Handwerkskunst angeboten wurde. Allerdings war das überraschendste ein Open-Air-Zumba-Kurs, der dort ebenfalls stattgefunden hat. Folglich hatten wir nicht damit geplant, den Abend mit einer Runde Zumba zu eröffnen, jedoch sind die unvorhergesehenen Dinge wohl bekannt oft die Besten. Und tatsächlich hat dieser Zumba-Kurs unheimlich viel Spaß gemacht! Qualitative hochwertiges Zumba vermisse ich hier wirklich. Dabei können Latin-Music, ein paar coole Moves und ein motivierender Instructor sooo viel..

Nachdem wir selbst das Tanzbein geschwungen haben sind wir weiter zur nächsten Station, einem Tanzbattle. Leider war es dort bereits sehr voll und es gab für uns nicht all zu viel zu sehen. Dennoch haben dort verschiedene Food-Trucks ihre Köstlichkeiten angeboten und wie ihr mich alle kennt wisst ihr, dass ich gutem Essen nicht wiederstehen kann! So wurde ein buntes Abendessen direkt zur zweiten Aktivität, die nicht als solche geplant war, dem Gaumen jedoch eine große Freude bereitet hat.

Kurz darauf bin ich dann mit meinen Freunden weiter in Richtung Museen. Bereits im Voraus habe ich von einem Spielzeug- und Comic-Museum gelesen, das sich nicht weniger Eindrucksvolles als alte Tunnel als Ausstellungsraum ausgesucht hat. Comics zählen zwar zugegebener Maßen nicht zu meiner großen Leidenschaft, allerdings war das Gesamtbild einfach stimmig, sehr eindrucksvoll und insbesondere die alten Spielsachen habe mich teilweise melancholisch gestimmt. Teilweise ist die eigene Kindheit wohl doch bereits so lange her, dass sie in Museen ausgestellt wird.
Nichtsdestotrotz – die Nacht ist lang und wir sind jung – waren wir natürlich noch nicht am Ende unserer Reise angelangt.

Nächster Halt: Die königliche Oper. Sehr prunkvoll, stilsicher und klassisch. Leider haben wir den Zeitpunkt verpasst, uns ein kostenloses Konzert anzuhören und den Opernsaal selbst zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt war das zwar schade, wobei ich das nun noch mehr als Grund betrachte, der Oper einen (Opern)Besuch abzustatten.

Weiter sollte es mit dem Parlament gehen, vor dem jedoch bereits eine unendlich lange Schlange stand, während das Programm schon bald zu Ende sein sollte. Rational wie wir Studenten nun einmal sind haben wir kurzerhand entschieden, zurück ins Stadtzentrum zu gehen und dem Kulturhuset einen Besuch abzustatten. Erneut ungeplant hat uns auf dem Weg dorthin jedoch das Dansmuseet (Tanzmuseum) in seinen Bann gezogen und zum Verweilen eingeladen. Das Foyer wurde zum Dancefloor und zwei DJs haben für gute Stimmung gesorgt.

Zu guter Letzt wollten wir uns noch das Tekniska Museet und dessen VR-Ausstellung angucken, jedoch mussten wir auf halbem Weg feststellen, dass dieses sehr schlecht zu erreichen ist und wir von dort aus nachts über eine Stunde gebraucht hätten, um nach Hause zu kommen. So haben Pragmatismus und Müdigkeit schlussendlich doch gesiegt und ein wunderschöner, vielfältiger und unvorhergesehener Abend ging zu Ende.

Valborg – Ade Winter, willkommen Frühling

Wie die Überschrift des heutigen Blogs vielleicht hat bereits vermuten lassen, soll auch der Frühling Thema sein. Bis auf ein, zwei schöne Wochen hat hier nämlich primär der Winter dominiert. Während wir in Deutschland bereits an Ostern große Feuer anzünden, um den Winter zu vertreiben, wird dieser Brauch hier erst Ende April praktiziert. Die Idee ist jedoch die gleiche: Den Winter vertreiben und den Frühling willkommen heißen. Während am Abend des 30. April zig verschiedene Unterhaltungsprogramme in Stockholm und Umgebungen angeboten wurden, fand die wohl größte Party in Uppsala statt – jedoch ohne mich. Ich habe mich gemeinsam mit Freunden dazu entschieden, Valborg in Skansen zu feiern. Tatsächlich war ich davor noch nicht in Skansen, einem riesigen Freilichtmuseum und Zoo auf Djurgården, im Herzen Stockholms. Und das Beste kommt noch: freier Eintritt für Studenten! Obwohl ich kein großer Fan von Zoos bin hat mir dieser erstaunlich gut gefallen. Die Tiere haben recht viel Platz und werden meist paarweise gehalten. Eines der Pärchen waren Elche – Ja!, ich habe endlich einen Elch gesehen, wenn auch nicht in freier Wildbahn. Die Größe dieser Tiere ist wirklich beeindruckend!

Nach einem Brezel-Abendessen in der Sonne ging es zur Hauptbühne und dem Feuer. Das Programm ließ bereits im Voraus jede Menge Unterhaltung vermuten, wenn auch überwiegend auf Schwedisch. Eröffnet wurde der Abend von Orchester, Tänzern und Sängern der Stockholm Universität, gefolgt von einer Frühlingsrede (allerdings habe ich nur einzelne Passagen verstanden), einem Herrenchor und einer fetzigen Band. Entzündet wurde das Feuer schließlich von mehreren Fackelträgern, die begleitet von klassischen schwedischen Frühlingsliedern zur Feuerstelle geschritten sind. Das Spektakel war wirklich episch – Gänsehaut und Pipi in den Augen vorprogrammiert! Es war einfach alles stimmig und diese schwedische Tradition gemeinsam mit Freunden zu erleben war einfach wunderschön.  

Freundschaft kennt keine Grenzen

Apropos Freunde: Letztes Wochenende haben mich meine lieben Freunde Elza und Natalie aus Dresden besucht. Freundschaft kennt einfach keine Grenzen! Das ist eine Erfahrung, die ich immer wieder gerne mache und an der ich auch gerne festhalte. Egal ob Schwetzingen, München, Stuttgart, Dresden oder nun Stockholm: All diese Orte darf ich mein Zuhause nennen, denn (neue) Freundschaften haben diese Städte für mich unvergesslich gemacht. Umso mehr bedeutet es mir, wenn diese Freunde mich auch in einer meiner anderen Heimaten besuchen und ich mich wie an zwei Orten gleichzeitig fühlen kann. Ich bin so froh, immer und überall so tolle Menschen kennengelernt zu haben, Menschen, die ich meine Freunde nennen darf, die mit mir lachen und weinen, die immer ein offenes Ohr für mich haben und all diese schönen Momente nicht nur schön, sondern unvergesslich machen. Einerseits hat die Distanz zu meinen lieben Freunden in Deutschland dazu geführt, dass ich sie umso mehr vermisse und zu schätzen weiß, andererseits habe ich dadurch auch im schönen Stockholm inspirierende Menschen getroffen, die mich ebenso glücklich machen. Freunde aus Deutschland und Stockholm gemeinsam an einem Tisch zu haben ist toll. Dass sie sich verstehen zeigt mir, dass ich eines richtig mache: mich mit den richtigen Menschen zu umgeben.

Während ich jetzt doch etwas vom Thema abgekommen bin, wollte ich euch doch eigentlich an Elzas und Natalies Besuch teilhaben lassen. Weniger als 48 Stunden hatten wir Zeit, um Geschichten zu erzählen, alten und neuen Klatsch auszutauschen und neue gemeinsame Erlebnisse zu schaffen. Wie sollte es auch anders sein: Direkt am Abend (oder besser der Nacht) ihrer Ankunft sind wird erst gegen halb 4 ins Bett gekommen. Es gibt einfach immer etwas zu erzählen und insbesondere Frauen tuen sich augenscheinlich schwer damit, die Nächte mit Schlafen zu verbringen, wenn es doch spannende Geschichten gibt, deren Erzählung nicht bin zum nächsten Tag Zeit hat. Aber so sind wir Mädels nun einmal und ich finde es klasse!

Die Standard-Stadtführung von T-Centralen über Gamla Stan nach Södermalm ist und war natürlich auch für diesen Besuch Pflicht. Ebenso Pflicht war eine schwedische Fika, zu der wir uns Mandelkaka und Chokladbollar gegönnt haben. Abends haben wir außerdem dem als „bestes veganes Restaurant in Stockholm“ bekannten Buffetrestaurant einem Besuch abgestattet. Dort gab es Köstlichkeiten so weit das Auge reicht – und vor allem die Lasagne war mir eine pure Gaumenfreude! Das Leben ohne Ofen macht mir doch zunehmend zu schaffen. Dem Ende des Verzichts auf Pizza, Lasagne und Co. fiebere ich schon entgegen und sammele fleißig Rezepte, die ich nach langer, langer Zeit endlich ausprobieren kann.

Neben schwedischen Leckereien habe ich den Beiden auch einige meiner Lieblingsorte zeigen können und wir haben die Schönheit, Friedfertigkeit und Ruhe der (unberührten) Natur genossen: Frühstück in der Sonne, ein Nickerchen am Wasser beziehungsweise auf einem Steg und eine Fährfahrt durch die Hauptinseln Stockholms.

Unistress durch Freizeitstress

Wie ihr vielleicht bereits zwischen den Zeilen gelesen habt, hatte ich die letzten Wochen und Tage etwas mehr Freizeitstress. Da die Uni davon allerdings nichts wissen möchte, führt ein Mehr an Freizeit auch zu einem Mehr an Unistress. Aktuell darf ich mich mit einem Take Home Examen in Philosophischer Logik vergnügen. Während das erste dieser Examen für mich besser ausgefallen ist als ich es erwartet hätte, schwanken meine Gefühle nun erneut zwischen „eigentlich ganz lustig“ und „was zur Hölle will der Dozent hier schon wieder von mir wissen?!“. Immerhin habe ich für das hiesige noch etwa fünf Tage Zeit. Dennoch versprechen die nächsten Tage erneut genug Freizeitstress, wodurch Unistress unvermeidbar ist.

Außerdem habe ich letzte Woche Freitag meine Schwedisch-Klausur geschrieben. Bitte drückt mir fleißig die Daumen, dass ich bestanden habe und nicht nochmal zur Re-Examination antanzen muss!  

Wie anfangs bereits erwähnt, geht es morgen mit drei Freunden auf Reise nach Riga. Wir fahren erneut mit der Fähre, haben wieder sechs Stunden Zeit an Land und verbringen zwei Nächte auf dem Schiff. Ich bin schon sehr gespannt und voller Vorfreude auf 40 sehr intensive Stunden!

Glücklich und zufrieden zurück im Studentenleben

Ein Leben ohne Sonne ist kein Leben – Meine Mid-ERASMUS-Crisis

Zunächst einmal: Sorry, dass ihr so lange nichts von mir gehört habt! Rückblickend würde ich sagen, dass ich eine kleine Mid-ERASMUS-Krise hatte – diese ist jetzt allerdings erfolgreich überwunden. Wie ich euch ja bereits habe wissen lassen, gab es einige Probleme mit meiner Wohnung und ich bin einfach ein Mensch, der sich in seinen eigenen vier Wänden wohlfühlen muss, um glücklich zu sein. Fast vier Wochen in einer Wohnung ohne Balkon oder Sonnenschein, morgendliche Geräuschbelästigung durch die Müllabfuhr, nachts ein hell erleuchtetes Zimmer dank der Schule gegenüber und vor allem Kälte haben mir doch etwas aufs Gemüt geschlagen. Dazu kam dann noch das erste Home-Examen in Philosophischer Logik, das mich dezent überfordert hat. Tatsächlich fällt es mir schwer mich an die Beweggründe zu erinnern, diesen Kurs zu wählen. Klar, Logik ist an sich etwas Spannendes und macht Spaß, aber zwischen dem Niveau, auf dem meine damaligen Bachelor-Kurse basierten und dem hier liegen Welten.

Nichtsdestotrotz bin ich nun wieder zurück im Leben – als Student, in Stockholm, als Freigeist und Sonnenanbeter.

Sonne in Schweden und in meinem Herzen

Auch wenn ich zwischenzeitlich davon ausging, dass ich hier zum Wintermensch werden könnte, ist und bleibt die warme Jahreszeit mein Favorit. Während mich zweitweise jede schön-Wetter-Meldung aus Deutschland eher deprimiert und wehleidig gestimmt hat, sind die Temperaturen hier auch erstmals auf 20 Grad hochgeklettert. Das war nicht nur Balsam für die schneeweise Winterhaut, sondern auch für die Seele. Der Frühling … es gibt ihn also doch noch! Sogar hier im schönen und dennoch eisigeren Stockholm.

Für Sonne im Herzen hat außerdem Andys Besuch gesorgt. Nach mehr als drei vollen Monaten haben wir uns endlich wiedergesehen und die Umstände hätten nicht besser seien können. Zum Glück hatte die Sonne genug Platz im Koffer gefunden, sodass sie mit Andy nach Schweden reisen konnte. Außerdem durfte ich am Tag seiner Ankunft endlich umziehen; In eine hellere Wohnung mit Balkon; In ein Leben, das wieder an Sinn zu gewinnen scheint.

Urlaub in Schweden und um Schweden und um Schweden herum

Was bietet sich besser an als den Besuch zum eigenen Urlaub zu machen? Genau – Nichts. Und so konnte auch ich meine weitere Umgebung über die Osterferien etwas besser kennenlernen.

Upps(ala) I did it again

Okay, nicht ganz, denn der Besuch in Uppsala war mein erster. Außerdem ist Uppsala damit die erste schwedische Stadt, die ich neben Stockholm kennenlernen durfte. Uppsala ist wunderschön und gerade für Studenten soll die Stadt viel bieten. Aber ganz ehrlich: Im Vergleich zu Stockholm, das selber keine richtige Großstadt ist, ist Uppsala eher ein etwas größeres Dorf. Innerhalb weniger Stunden konnten wir alle Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichen und uns vom Flair der Stadt inspirieren lassen. Vielleicht geht es nur mir so, aber mich erinnert Uppsala etwas an eine Stadt in den Niederladen. Die Stadt war bereits voller Fahrräder, während die Saison in Stockholm noch nicht begonnen zu haben scheint und entlang des Flusses, entlang dessen sich Uppsala erstreckt, reihen sich Cafés und Parkanlagen. Eines dieser schnuckeligen Cafés hat auch für uns seine Türen geöffnet und mich mit seinem unglaublich leckerem und erfrischend leichtem Morotskaka (Karottenkuchen mit Zitronencreme) verzaubert. Ich bin mir dessen bewusst, dass Geschmäcker auseinander gehen, aber einige der schwedischen Naschereien sind wirklich alles andere als erfrischend oder leicht und daher wirklich nicht mein Fall. Dennoch ist es immer wieder interessant auch diese übermäßig süßen „Köstlichkeiten“ zu probieren.    

Wie die Schweden zu sagen pflegen: Helsingfors – wie die Deutschen zu sagen pflegen: Helsinki

Als Geburtstagsüberraschung für Andy konzipiert und doch nicht ganz uneigennützig, hat es mich in der Woche vor Ostern außerdem nach Finnland verschlagen. Aufgrund der Geografie ist das bevorzugte Transportmittel tatsächlich das Schiff, um von Stockholm nach Helsinki und wieder zurück zu kommen. Dabei bieten die Fährunternehmen nicht nur Überfahrten, sondern auch ganze Minikreuzfahrten an, bei denen man zwei Nächte auf dem Schiff verbringt und tagsüber einen Aufenthalt von mehreren Stunden hat, um die Stadt zu erkunden. Dennoch ist nicht nur die Zeit an Land eine solche Reise wert, auch die Zeit auf dem Schiff ist Urlaub pur. Unser Dampfer war mit einer großen Einkaufspassage ausgestattet, in der außerdem diverse Restaurants zum Speisen eingeladen haben. Der Sonnenuntergang konnte von Deck aus beobachtet werden, unter Deck haben Pubs und eine Showbühne zum Verweilen eingeladen. Livemusik, Mitternachtsshow und abdancen in der schiffseigenen Disco inklusive. Von dem Frühstücks- und Dinner-Buffet will ich gar nicht erst anfangen zu schwärmen. Aber: es war himmlisch!

Helsinki selbst ist eine wunderschöne Stadt, bei der sechs Stunden jedoch bei Weitem nicht ausreichen, um alles anzugucken. Umso besser, dass wir auf der Tour mit dem Hop on Hop off Bus viele interessante Infos rund um Helsinki und Finnland erhalten haben. Am beeindruckendsten fand ich die verschiedenen Kirchen: von der wohl bekanntesten, der evangelischen weißen Kirche, der orthodoxen roten Kirche und der Felsenkirche, die vor allem durch ihre beeindruckende Architektur überzeugt.

Das Reisen geht weiter

Weil das Reisen so viel Spaß macht, geht es bereits in zwei Wochen damit weiter. Die nächste größere Reise wird nach Riga, Lettland gehen. Erneut werden wir mit dem Schiff anreisen und alle damit verbundenen Vorzüge genießen.

Überraschender Weise ist der 1. Mai auch in Schweden ein Feiertag – wobei ich nicht weiß, was genau hier gefeiert wird. Nichtsdestotrotz werde ich diesen vermutlich dazu nutzen, um mit Freunden aus dem Sprachcafé einen Ausflug in den Archipel zu machen und die Schären etwas besser kennenzulernen.

Generell habe ich das Gefühl, dass mit dem Frühling auch die Veranstaltungen kommen. Heute findet in Stockholm die Kulturnatt (Kultur Nacht) statt, bei der verschiedene Einrichtungen ihre Tore öffnen oder spezielle Aufführungen darbieten. Ich bin schon sehr gespannt auf ausgefallenes Essen, verkauft durch Foodtrucks, verschiedene Museen und musikalische Unterhaltungen.   

Wall of Fame

Zu guter Letzt: Inspirierende Graffiti-Kunst in Stockholm

Eine Woche Freizeit

Endlich! Auf einige stressige Tage und Wochen folgten nun ein paar freie Tage. Tage, die ich gerne genutzt habe, um mich weiter mit Land, Leuten und Kultur vertraut zu machen. Aber auch, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Zwar ist an ERASMUS immer ein Auslandsstudium geknüpft, aber etwas Zeit zum Genießen sollte doch trotzdem immer übrig sein.

Schlaf ist Gold wert

Dennoch kommt es, dass ich tatsächlich gar nicht so viel zu berichten habe. Nach Abgabe der letzten Essays habe ich nämlich erst einmal geschlafen. Um Punkt 9 lag ich abends im Bett und kurze Zeit darauf habe ich mich im Land der Träume wiedergefunden. Irgendwie hat mich die Prüfungszeit doch immer ganz schön gepusht, weshalb ich eigentlich immer lange wach war und morgens früh ohne Probleme aus dem Bett gekommen bin. Wenn ich es mir recht überlege, beeinflusst das mangelnde Tages-/Sonnenlicht in meiner aktuellen Wohnung sicher auch meinen Wunsch nach Schlaf, beziehungsweise die fehlende Motivation, sich morgens aus dem Bett zu quälen. Nichtsdestotrotz: Ohne Stress im Nacken schläft es sich einfach besser!

Ich weiß, das hört sich ganz schön langweilig an. Die Einen gehen nach Prüfungen feiern, die Anderen – mich eingeschlossen – genießen lieber die Ruhe, lesen ein Buch und gehen früh schlafen. Vielleicht bin ich in diesem Sinn auch einfach zu alt für ERASMUS und lange Partynächte. Wer weiß das schon?

Medeltidsmuseet

Wie ihr vielleicht schon aus den vorherigen Posts herausgelesen habt: In Stockholm gibt es entweder eintrittsfreie Museen, oder aber welche mit saftigen Eintritten. Ein gesundes Mittelmaß kennt man hier irgendwie nicht. Wie der gemeine Student sich so entscheidet, habe auch ich mich natürlich für die Low-Budget-Variante entschieden und ich muss sagen: Hier gibt es echt tolle Museen, die einen nichts kosten außer die Zeit, die man dort verbringt. Meine Wahl fiel auf das Medeltidsmuseet, welches zwar etwas weniger imposant ist als das Vasa-Museum, mir jedoch auch sehr gut gefallen hat. Und auch dieses ist mehr oder weniger durch Zufall und um die ursprüngliche Fundstelle herum entstanden. Gebaut werden sollte auf dem Museumsgelände einst eine Garage – aufgrund von historischen Funden wurden die Baumaßnahmen jedoch eingestellt und ein Museum errichtet. So kann man sich nun durch ein mittelalterliches, dem ursprünglichen Stockholm nachempfundenes Dorf bewegen; mit Rathaus, Kirche, Schiff und verschiedenen Gewerben.

Obwohl ich mich über freien Eintritt gefreut habe, habe ich es nicht geschafft, den Weg von der U-Bahn-Station zum Museum zu beschreiten, ohne in den einen oder anderen Laden hineinzuschauen und etwas mitzunehmen. Zu viel Zeit tut dem Geldbeutel wohl auch nicht gut!

Freizeit = Sportzeit

Eine der wenigen Sachen, die hier tatsächlich billiger sind als in Deutschland, ist das Fitnessstudio. Tatsächlich finde ich es mal ganz schön, aus einem breiten Angebot von Kursen auswählen zu können und mich nicht auf einige wenige festlegen muss. So kann ich hier jedes Mal aufs Neue entscheiden, wonach mir der Sinn steht. Resultat von Planung, unabhängig von Stundenplan und Zeitdruck, sind viele neue interessante Kurse, die ich letzte Woche ausprobiert habe, aber auch ein ganz schöner Muskelkater. Aber: lieber so als anders!

Hoch leben SUS – Kostenloses Frühstück

Einmal im Monat bietet die Students Union Stockholm (SUS) ein kostenloses Frühstück für ihre Mitglieder an. Was ein Glück, dass ich eines davon bin und folglich von diesem Angebot profitieren darf! Letzten Monat kollidierte das Frühstück leider mit meinen Lehrveranstaltungen, weshalb letzte Woche mein erstes SUS-Frühstück war. Und es war köstlich! Es gab frische Brötchen (wie ich die morgens vermisse!), Hummus, Gurken und Tomaten, Käse, Bananen und Birnen, Müsli, Tee, Kaffee und Saft. Also alles, was das – oder zumindest mein – Herz begehrt. Eigentlich schade, dass so etwas in Deutschland nicht angeboten wird. Denn es ist wirklich schön, den Tag mit Frühstückbuffet und netten Gesprächen mit Freunden zu starten.

Veggie-Heaven

Und zu guter Letzt: Auf dem Frühstücksbuffet befanden sich ausschließlich vegetarische und vegane Speisen, was ich als sehr positiv empfinde. Generell sind die Schweden in Punkto vegetarisches / veganes Essen sehr weit und vorbildlich. Hier gibt es jede Menge vegetarische / vegane Restaurants und selbst wenn Restaurants nicht auf vegetarisches Essen spezialisiert sind, findet man überall vegetarische oder vegane Alternativen. Ein vorheriger Speisekarten-Check ist hier zumindest in Hinblick auf das Angebot nicht notwendig.

Im Wald, da sind die Räuber Studenten

Seit Mitte letzter Woche dürfen wir uns auch hier in Schweden an etwas Sonnenschein erfreuen. Ich weiß, dass dieser aufkeimende Frühling nicht mit dem zu vergleichen ist, was die Natur aktuell in Deutschland zu bieten hat, aber es ist ein Anfang!
Nur, um zu verdeutlichen, was Frühling hier meint: Wir freuen uns hier bereits über Temperaturen von über 5 Grad und etwas Sonnenschein, sodass man auch mal ohne Handschuhe aus dem Haus kann. In Deutschland hat man diese Tage oft auch im Winter, hier eher im Frühling.

Da jeder einzelne Sonnenstrahl Gold wert ist, habe ich auch viel Zeit draußen verbracht. So habe ich gestern gemeinsam mit Freunden die Insel unsicher gemacht: Zum Auftakt der „Wandersaison“ und um die Insel Lidingö (mein Zuhause) etwas näher kennenzulernen, habe wir die 10km-Wanderung durch Wald und Wiesen gewählt. Der Wald ist so wunderschön, oft unberührt und insbesondere an der Küste fühlt man sich wie im Urlaub. Ich kann dieses Gefühl ganz schwer in Worte fassen, aber vielleicht zeigen euch die Bilder, was ich meine.

Freundschaften

Es ist so schön und bereichernd – egal wo man ist – neue Freundschaften zu schließen. Während man doch oft etwas in seiner „Bubble“ gefangen ist und die Komfortzone nur ungerne verlässt, eröffnen einem Gespräche mit Freunden aus anderen Ländern und Kulturen immer wieder neue Perspektiven. Aber ERASMUS bringt auch Leute unterschiedlichster Fachrichtungen zusammen, was sehr interessant sein kann! Und zu guter Letzt ist jeder Einzelne einzigartig und inspirierend, einfach, weil er oder sie er oder sie selbst ist.

Einen gemeinsamen Nenner habe ich bislang jedoch bei allen gefunden: Die Liebe zum Essen. Beim gemeinsamen kochen und essen, zusammensitzen und philosophieren, lachen und erzählen kommt man sich näher und ich merke immer wieder, wie gerne ich gerade hier bin und die Zeit genieße. Vielen Dank an euch, die meine Zeit hier einzigartig machen!

Ungeplanter Umzug

Die Illusion von „Friede, Freude, Eierkuchen“

Eigentlich wollte ich euch hier mit negativen Gedanken verschonen, aber nun komme ich da doch nicht drum herum. Vergangene Woche ging es plötzlich doch sehr turbulent bei mir zu – Stichwort: Das Leben ist eine Achterbahn – und ich musste sehr spontan umziehen. Bereits seit über einem Monat hatte ich in meiner Wohnung unter anderem Probleme mit undichten Fenstern, durch die nicht nur kalte Luft kam, sondern regelmäßig auch (Unmengen) an Wasser mein Apartment fluteten. Vermutlich aufgrund der Feuchtigkeit hat sich daraufhin ein undefinierbarer Schimmelpilz bei mir breit gemacht. Nachdem dieser vom Vermieter begutachtet wurde, wurde mir dringendst dazu geraten umzuziehen. Die Uni stellte mir direkt ab dem nachfolgenden Tag eine andere Wohnung im Haus zur Verfügung (und ja, es hätte mich noch schlimmer treffen können, wäre keine Wohnung in meinem Wohnheim frei gewesen). Nichtsdestotrotz war mein Umzug mit einem ziemlichen Downgrade verbunden. Vom 3. Stockwerk mit Weitblick und riesigem Balkon, durfte ich nun in eine etwas kleinere Wohnung im Erdgeschoss ziehen. Ohne Balkon. Ohne Aussicht. Das einzige, was es hier zu sehen gibt, sind Schüler. Schüler, die es nicht schaffen, über Nacht das Licht auszuschalten, weshalb ich auf die abendliche Beleuchtung eigentlich gänzlich verzichten kann. Außerdem liegt diese Wohnung direkt über dem Müllplatz, was bedeutet, dass jeden Morgen die Müllabfuhr vor meinem Fenster steht und Radau macht – gestern das erste Mal um 6:40 Uhr, danach noch zwei weitere Male. Darüber hinaus ist es sehr kalt in der Wohnung. Die Heizungen funktionieren nicht richtig und aufgrund mangelnder Stockwerke unter mir ist auch der Boden sehr kalt. Gestern kam ein Handwerker vorbei, um sich das anzugucken. Ergebnis: 18 Grad sind nicht zumutbar und ich bekomme eine zusätzliche Elektroheizung zur Verfügung gestellt. Die Frage ist nur: Wann?

Meine neue, bezauberde Aussicht

Natürlich fiel der Umzug auch prompt die Prüfungszeit. Anstelle Essays zu schreiben, musste ich primär meine Sachen packen und mich in der neuen Wohnung einrichten. Zum Glück hatte ich erstklassige Unterstützung von meinen lieben Freunden. Vielen Dank dafür! Es ist echt schön zu sehen, wie alle zusammenhalten, wenn es darauf ankommt.   

Nun bleibt es zu hoffen, dass die Vermieter sich möglichst schnell meiner Wohnung annehmen und ich wieder zurückkann. Ich habe meine schnuckelige kleine Wohnung und ihre Vorzüge wirklich lieben gelernt. Auf diese möchte ich ungerne die restlichen drei Monate verzichten müssen. Also bitte, bitte: Drückt mir alle die Daumen!

Edit (09:45 Uhr): Gerade war jemand vom Housing Office hier und hat mir mitgeteilt, dass die Vermieter sich heute um meine Wohnung kümmern. Mit viel Glück kann ich noch diese Woche zurück!

Teil 1 von 2 beendet

Da das Semester in Schweden in weitere, kürzere Abschnitte unterteilt ist, ähnelt die Struktur eher dem, was wir in Deutschland als Blockunterricht bezeichnen würden. Diesen erste Doppelblock (Periode A und B) habe ich heute mit Abgabe der letzten drei Essays abgeschlossen – Yippie! Tatsächlich habe ich auch bereits Ende letzter Woche die Noten für den anderen Kurs erhalten, den ich bereits vor einer Woche mit der Präsentation abgeschlossen habe. Tatsächlich – und das hätte ich so niemals erwartet – habe ich ein „A“, also ein „Excellent“ dafür erhalten. Ich bin schon gespannt, wie die Bewertung für den zweiten Kurs ausfallen wird, wobei ich da nicht ganz so optimistisch bin.

Neu gewonnene Freiheit

So viel Freizeit, wie ich sie diese Woche habe / haben werde, hatte ich davor noch nie, denn die neuen Kurse starten erst Anfang nächster Woche. Es ist echt erstaunlich, wie lang so ein Tag sein kann, wenn man ihn nach eigenem Belieben gestalten kann. Letzte Nacht habe ich erstmal all den Schlaf nachgeholt, der die letzten Wochen vielleicht etwas zu kurz gekommen ist. Das hat so gutgetan! Am Nachmittag wollte ich noch in die Stadt und mir das ein oder andere Museum angucken. Dinge erledigen, wozu die Zeit davor eher nicht da war. Und vor allem: Mich mal wieder etwas intensiver mit Schwedisch auseinandersetzten und vielleicht doch mal wieder ein paar Vokabeln lernen.

Wie ein Touri …

Familienbesuch

Wie ich das letzte Mal bereits angekündigt hatte, hatte ich letzte Woche Besuch von meinem Papa und meinem Bruder. Erstmal war es sehr schön, ein Stück Heimat hier bei mir in Stockholm zu haben. Zwar bin ich fest davon überzeugt, dass man sich an mehreren Orten zuhause fühlen kann, aber dennoch entscheiden primär die Menschen, die einen umgeben, über das Heimatgefühl. An dieser Stelle nochmal vielen lieben Dank für euren Besuch!

Sightseeing

Da sich Stockholm uns vorletztes Wochenende direkt in strahlendem Sonnenschein präsentiert hat, musste ich diese Gelegenheit direkt nutzen, um meinen Besuch in die schöne Gamla Stan zu bringen – Schlafmangel und Kälte wurden da nicht als Ausrede akzeptiert. Schließlich kann der Winter hier jeder Zeit zurückkommen. Zum Glück hatte ich bereits in den ersten Wochen an einer Stadtführung teilgenommen, sodass ich immerhin auf dieses Wissen zurückgreifen und preisverdächtig Geschichten über Stockholm erzählen konnte. Aber sein wir ehrlich: Hier interessiert man sich primär für das, was es zu sehen gibt und nicht für das, was es zu hören gibt.

Anzusiedeln zwischen Sightseeing und Museumsbesuchen ist der Besuch des Stadhuset, das Rathaus. Für ein paar Euro gibt es eine Führung samt sehr interessanter Geschichten über das Gebäude plus Nobelpreisträger-Feeling. Solltet ihr mal nach Stockholm kommen, stattet dem Rathaus auf jeden Fall einen Besuch ab. Es lohnt sich.   

Museen

Ebenfalls sehenswert ich das Naturhistoriska Riksmuseet, das jedem interessierten Besucher offensteht – egal ob großes oder kleines Geld, denn der Eintritt ist kostenfrei. Außerdem habe ich mich hier tatsächlich wieder ein bisschen in die Kindheit zurückversetzt gefühlt. Eine der Ausstellungen war zu unserer Freude sehr interaktiv gestaltet: Wir konnten unsere Handkraft messen, wie Affen an einem Baumstamm um die Wette hängen und im Weitsprung gegen Frosch und Hase antreten. Neben diesen sehr spaßigen Attraktionen gab es – wie es sich für ein naturhistorisches Museum gehört – auch jeden Menge Knochen, Fundstücke und präparierte Anschauungsexemplare.

Wem ein Mammut noch nicht groß genug ist, der zieht einfach weiter ins Vasa Museet.
Die Geschichte der Titanic kennen vermutlich die meisten, die der Vasa dagegen wohl eher weniger. Die Vasa ist ein schwedisches Kriegsschiff, dass bereits im Jahr 1626 zu Wasser gelassen wurde und nach nur 1,3 Kilometern auf hoher See sank. Dort ruhte es für 333 Jahre, bevor es 1961 geborgen wurde und nun im Vasa Museum besichtigt werden kann. Das Schiffswrack an sich ist bereits imposant anzusehen. Darüber hinaus erzählt jedes Detail eine eigene Geschichte: Wer war warum an Bord? Wie sah die Vasa ihrer Zeit aus? Wer trug den goldenen Ring, der an Bord gefunden wurde? – viele Fragen, viele Antworten, aber vor allem einen Besuch wert.   

Kulinarisches

Wie ihr bereits wisst, ist die schwedische Fika ein fester Bestandteil der Lebensphilosophie, der man hier folgt. Tatsächlich habe auch ich den Familienbesuch genutzt, um jede Menge verschiedene „Süßigkeiten“ einzukaufen, zu servieren und natürlich auch selbst zu probieren … Kanelbullar, Dammsugare, Chokladbollar, Mazarin und Chokladkaka soweit das Auge reicht.

Selbstverständlich waren wir aber auch in einem kleinen, ganz klassischen Café, in dem wir unsere Fika genießen konnten.

Denkt man an Schweden – oder vielleicht Ikea – denkt man augenscheinlich auch an Köttbullar, was zu Deutsch nichts anderes als Fleischklöße bedeutet. Dennoch sind diese Teil der schwedischen Esskultur, weshalb wir auch in einem Köttbullar-Restaurant essen waren. Natürlich gab es dort – wie fast überall in Stockholm – auch eine vegetarische/vegane Alternative. Individuell betrachtet waren auch alle Zutaten sehr lecker, die Kombi finde ich jedoch etwas gewöhnungsbedürftig. Das Gleiche gilt jedoch auch für viele andere Kreationen wir salziges Lakritz oder Lakritz versteckt in Keksen – das ist für Lakritz-Verachter wie mich einfach widerwärtig :D. Aber jedem das Seine.   

Zu guter Letzt konnte ich meinen Papa und meinen Bruder auch noch davon überzeugen, dass schwedisch interpretierte Pizza etwas sehr Feines ist. Habt ihr beispielsweise schon einmal Pizza mit Rote Bete gegessen? Oder mit Zitrone? Ich kenn es nur empfehlen auszuprobieren. Denn tatsächlich können sich Kreativität und Experimentierfreude auch positiv auf das Esserlebnis auswirken.  

Off Topic

Natürlich habe ich letzte Woche noch vieles mehr erlebt, aber ich möchte eure (Lese-)Zeit nur ungerne überstrapazieren. Deswegen folgt nur eine kurze Zusammenfassung: Sonne, Regen und Schneespaziergänge. Ein Besuch beim Eishockey, der sich als sehr spannend erwiesen hat, ein Besuch des „Skigebiets“ Hammarbybacken im Süden von Stockholm, das jedoch eher bescheiden war und natürlich der Besuch eines Systembolaget. Das sind die Läden des schwedischen Monopols, in dem ausschließlich Alkohol verkauft wird. Das muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben!  

Seminar 1 – done!

Das Semester eilt in schnellen Schritten. Heute habe ich das erste Seminar mit einem hoffentlich wunderbaren Vortrag abgeschlossen. Nächste Woche wird das nächste mit drei Essays abgeschlossen. Und in nicht einmal zwei Wochen beginnt bereits die zweite Hälfte des Semesters. Zwar bin ich froh, die Kurse zu einem Ende zu bringen, beziehungsweise zu einem Ende gebracht zu haben, doch heißt das auch, dass die verbleibende Zeit immer kürzer wird. Dabei gibt es noch so vielen Dinge, die ich noch gerne machen würde. Gucken wir mal, was sich in nächster Zeit ergibt. Und vor allem hoffe ich, dass die Zeit mal einen Gang runter schaltet und nicht so schnell rennt. Schließlich ist man nur einmal Erasmus-Student, insbesondere wenn der finale Studienabschluss quasi zuhause auf einen wartet.

Fühlt euch gegrüßt!
Eure Sarah

Prüfungs-Phase = immer?!

Erstmal sorry, dass ich so lange nichts von mir hab hören lassen! Aber die letzten Tage hatte ich ganz schön viel um die Ohren – da ist das mit dem Blog-schreiben irgendwie immer auf der Strecke geblieben. Jetzt möchte ich mir aber doch mal etwas Zeit nehmen, um euch aus Stockholm zu berichten und mir selbst eine kleine Pause von der Uni zu gönnen – haha.

Wie in den letzten Posts bereits angeklungen ist, ist Uni in Schweden nicht wie Uni in Deutschland. In Deutschland hat man doch sehr unterschiedliche Stresslevel, aufs Semester verteilt. Hier fühlt es sich für mich jedoch so an, als sei das Stresslevel über das ganze Semester recht hoch. Die Fremdsprache ist für mich sicher eine erschwerende Bedingung, aber immer „abliefern“ zu müssen, bin ich aus Deutschland nicht gewöhnt. Tatsächlich vermisse ich diese Trennung zwischen Vorlesungs- und Prüfungszeit ein bisschen. Sich am laufenden Band auf die aktuellen Unterrichtsstunden vorzubereiten, parallel dazu Essays zu schreiben und Präsentationen vorzubereiten und noch ein bisschen Privatleben zu haben, bringt mich tatsächlich nah an meine Grenzen. Zwar habe ich letzte Woche bereits Essay 1 von 4 eingereicht, aber die verbliebenen 3 muss ich noch irgendwie bis zum 19. März zu Papier bringen. Drückt mir also alle die Daumen, dass ich das schaffe und schickt mir gerne ganz viel positive Energie her – die nächsten Wochen werden anstrengend werden!  

Eishockey in Schweden

Letzte Woche war ich gemeinsam mit der Uni auf einem Eishockeyspiel, direkt hier in Stockholm. Da Eishockey hier das ist, was Fußball für uns in Deutschland ist, stand es für mich außer Frage, in Schweden zu einem Spiel zu gehen. Tatsächlich war ich anfangs etwas enttäuscht, da die Halle ein ganzes Stück kleiner war als zum Beispiel die SAP Arena in Mannheim. Dafür waren die Fans jedoch umso eingefleischter und motivierter und haben richtig Stimmung gemacht! Wir saßen direkt neben dem Fanblock und wurden noch vor dem Spiel mit dem Wappen der stockholmer Djurgårdens bemalt. Damit war auch klar, für welche Mannschaft wir sind oder zu sein haben.

In der Pause gab es richtig gute Pizza und die Kiddies von Stockholm und Malmö haben zur Unterhaltung eine Runde gegeneinander – oder besser miteinander (?) – gespielt. Das war soooo süß und natürlich viel weniger brutal, als wenn die Herrenmannschaft auf dem Eis steht!

Museumsführung auf Schwedisch? – Challenge accepted

Letzte Woche habe ich außerdem mal wieder ein Museum von innen gesehen: Das Nordiska Museet (Nordisches Museum). Dort wurde eine Tour auf leichtem Schwedisch angeboten. Und was gibt es Besseres, um sein Sprachverständnis zu verbessern, als an so einer Veranstaltung teilzunehmen?! Einen Versuch war es also allemal wert. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass man sich sehr darauf konzentrieren muss, was einem der Guide erzählt. Auch, wenn er bereits extra langsam spricht und einfache Wörter verwendet.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass Schwedisch lernen gerade ziemlich weit hintenansteht. Die Fachveranstaltungen haben in dem Sinne einfach Vorrang. Schließlich werden mir diese am Ende angerechnet, Schwedisch für weitere 7,5 ECTS mache ich allerdings just for fun. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die Zeit zum (intensiveren) Schwedisch lernen noch kommen wird.  

Darf ich vorstellen? Language Café Coordinator Sarah

Hört sich erstmal wichtiger an als es ist, aber tatsächlich haben es die Schweden geschafft, mich von ehrenamtlicher Arbeit im Sprachcafé zu überzeugen. Für alle, die sich fragen was ein Sprachcafé ist und was ich da mache, hier die Antwort: Sprachcafés werden in vielen verschiedenen Sprachen angeboten und bieten verschiedenen Leuten Raum, verschiedene Sprachen zu lernen beziehungsweise aktiv zu sprechen. Da ich Deutsche bin, bin ich als Muttersprachler Teil des deutschen Sprachcafés. Dort treffen sich jede Woche schwedische Studenten, Angestellte aber auch ein paar andere Muttersprachler, die sich gemütlich unterhalten. Das beste: Außer einer Stunde Präsenz kostet mich diese Tätigkeit nichts. Dafür gibt es allerdings nette Gespräche, neue Bekanntschaften und glückliche Teilnehmer.

Second-Hand Kultur

Gestern war ich hier das erste Mal in einem Second-Hand Laden – und ich habe ihn mit vollen Taschen verlassen. Während ich in Deutschland oft das Gefühl hatte, dass Second-Hand Läden nicht die einladendsten Orte sind, ist das in Schweden nicht der Fall. Alles ist super ordentlich, bestens sortiert und man bekommt dort wirklich alles! Von Küchenutensilien, über Bücher und Spiele, Kleidung und Möbel – es gibt quasi nichts, was es dort nicht gibt.

Ich habe dort zwei Tassen und drei Gläser, eine Auflaufform, ein Kartenspiel, ein Paar Pumps, eine Sporthose, zwei Kleider und ein Top für sage und schreibe 40 Euro erworben. Da schlägt doch jedes Frauenherz direkt höher!  

Ein Leben ohne Ofen

Einfach, weil ich es so unglaublich finde, wie erfinderisch man doch wird, wenn einem bestimmte Dinge nicht zur Verfügung stehen …: Wusstet ihr, dass man in der Mikrowelle Kuchen backen kann? Verwirrender Weise heißen Tassenkuchen aus der Mikrowelle Mug Cakes (anstelle von Cup Cakes, was meiner Meinung nach viel mehr Sinn machen würde). Gebackene Süßkartoffel aus der Mikrowelle gab es nun auch schon und tatsächlich habe ich mir eine Auflaufform zugelegt um zu versuchen, einen Auflauf in der Mikrowelle zu „backen“. Solltet ihr also Tipps und Tricks zum Kochen / Backen mit der Mikrowelle brauchen, bin ich nach meiner Rückkehr nach Deutschland hoffentlich Spezialist!

Hoher Besuch aus Deutschland steht an

Macht euch schon mal darauf gefasst, dass es bis zum nächsten Post wieder etwas länger dauern wird. Denn am Samstag kommen mein Papa und mein Bruder zu Besuch und ich werde mir jede Menge Touri-Programm mit ihnen gönnen. Ich freue mich schon sehr darauf, die ersten vertrauten Gesichter aus der Heimat wieder zu sehen!