Die Zeit rennt

Ich kann es gar nicht oft genug sagen, aber die Zeit vergeht wie im Flug. Sie rennt und eilt mit großen Schritten. Das Paradoxe: Je voller die Tage, desto schneller vergeht die Zeit. Und so passiert es immer wieder, dass ich mir vornehme euch auf den neusten Stand zu bringen, es dann aber doch an Zeit mangelt, meine Gedanken zu Papier zu bringen, Bilder auszuwählen und vieles mehr. Nun ja, nach vielen, mit Aktivitäten vollgepackten Tagen, ist es heute dann doch wieder so weit, von mir hören zu lassen.

Schiff Ahoi

Wie bereits im April mit Andy bin ich vergangenes Wochenende erneut mit Freunden in See gestochen. Das erklärte Ziel unserer Reise: Jede Menge Spaß, köstliches Essen und ein Tag Sightseeing in Riga. Während die vorherige Schiffsreise nach Helsinki vor allem unter dem Motto „geschenktauglich“ stand, schipperten wir nun unter dem Motto „studentenfreundlich“ von Stockholm in die Hauptstadt Lettlands. Für diejenigen unter euch, die jetzt denken, dass ich einen Geld-Esel auf dem Balkon haben muss, habe ich Entwarnung. Da ich den Preis außerdem noch immer unschlagbar finde, muss ich diesen einfach mit euch teilen. Aber schätzt gerne zuerst, was eine 40-stündige Mini-Kreuzfahrt wohl kosten könnte.

~ Trommelwirbel ~

Zwölf Euro fünfzig pro Person. Ganz genau, ihr habt richtig gelesen! Zum Vergleich: Für meine Wohnung in Stockholm zahle ich etwa das 1,5-fache pro Nacht (!). Ein Grund mehr, die Freizeit mit Reisen zu verbringen.

An Bord

Da wir mehr Zeit an Bord als an Land verbracht habe, fange ich mit unserem Programm an Bord an: Gemütlich und mit einem Gläschen mitgebrachten Wein (Studentenspartipp) haben wir zunächst die letzten Sonnenstrahlen und die Fahrt durch die idyllischen Schäreninseln vor Stockholm genossen. Begleitet wurden wir von einer Schaar Möwen, die sich scheinbar köstlich über uns amüsiert haben. Warum ich das denke? Die Viecher haben uns einfach ausgelacht! Als jedoch die ersten Passagiere angefangen haben, sie dafür mit Brot zu belohnen, war klar warum sie sich so köstlich amüsieren. Nachdem die illegale Möwenfütterung beendet war, konnte ich legale Studentenfütterung beginnen. Bereits im Voraus haben wir vereinbart, verschiedenes Essen mit an Bord zu bringen und unser eigenes Buffet aufzubauen. So gab es zum Abendessen Burger, Sommerrollen, Wraps und Obstsalat – Yummi!

Ebenso wie die Serenade hat auch die Romantika ein unterhaltsames Abendprogramm plus Mitternachtsshow angeboten. Für Verblüffen hat ein mongolischer Zirkus gesorgt, dessen Artistinnen in und an Seilen, sowie in Reifen hoch über der Bühne akrobatische Kunststücke aufgeführt haben, sowie Artisten, die sich oder ihre Kollegen in menschliche Trampoline und Katapulte verwandelt und Menschenpyramiden gebaut haben. Gebannt wie ich die Shows verfolgt habe, haben sich auch diese 15-30 Minuten wie fünf angefühlt (Stichwort: Die Zeit rennt).

Nach der Mitternachtsshow hat es mich an beiden Abenden noch in den bootseigenen Club gezogen. Da sich unsere Kabine direkt darüber befunden hat, hat es auch keinen allzu großen Unterschied gemacht, denn den Bass konnten wir auch nach Ende der Party weiterhin spüren. Eins kann ich euch sagen: Wenn man nicht wirklich k.o. ist und man vom Beat guter Musik erschüttert wird, fällt das mit dem Schlafen gar nicht so leicht.   

Im Herzen des Baltikums – Ein Tag in Riga

Zu einer doch sehr studentenfreundlichen Zeit – 11:00 Uhr lettischer Zeit – haben wir das schöne Riga erreicht. Willkommen geheißen wurden wir von 18 Grad und Sonnenschein – das perfekte Wetter, um in ein Kleid zu schlüpfen und die Sonnenbrille zum Accessoire der Wahl zu machen. Da der Fährhafen sehr nah am Stadtzentrum liegt, konnten wir alles fußläufig erkunden. Ausgestattet mit einer Karte, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu finden, sind wir also losgezogen.

An dieser Stelle bietet es sich vielleicht ganz gut an, euch etwas mehr über „Team Riga“ zu verraten. Gemeinsam mit Saskia, Lucy und Marvin habe ich mich auf große Reise begeben. Damit waren wir international und größentechnisch breit aufgestellt: Von Deutschland, den Niederladen und Neuseeland, von knapp unter 1,60 bis knapp unter 2 Metern. Das Wichtigste allerdings: Allesamt liebe Freunde von mir. I love you, guys! It was a lot of fun 🙂

Nun aber zurück zu Riga! Besonders beeindruckend fand ich die wunderschöne Altstadt, die sich windenden Straßen und das viele saftige Grün im Herzen der Hauptstadt. Um ehrlich zu sein habe ich davor nie darüber nachgedacht, mir das Baltikum oder insbesondere Riga anzugucken, aber ich kann allen wirklich eine wärmste Reiseempfehlung aussprechen! Gerade von Stockholm aus bietet sich eine Reise aufgrund der guten Anbindung bestens an.

Da sich unsere Zeit an Land nur auf sechs Stunden beschränkt hat, haben wir die meiste Zeit auf den Straßen und nicht in Museen verbracht. Ein Gebäude haben wir uns allerdings auch von Innen angeguckt: Das Schwarzhäupterhaus. Dort ist auch das Bild von Marvin, Lucy und Saskia im Türbogen entstanden. Zur Mittagszeit sind wir schließlich in einem vegetarischen Restaurant zum Mittagessen / Brunch eingekehrt. Und das Essen war KÖSTLICH! Was ebenfalls köstlich war, waren die Preise in Riga. Zum einen stimmen mich Euro-Preise immer wieder heimisch, zum anderen war alles deutlich billiger als in Stockholm – ein erster Vorgeschmack auf die Rückkehr nach Deutschland. Außerdem gibt es in Lettland, ebenso wie in Deutschland, Drogeriemärkte, die Kosmetika zu fairen Preisen verkaufen. Für uns Mädels war das natürlich das Paradies, der Apfel der Versuchung, dem wir nicht widerstehen konnten!

Wie immer bin ich der Meinung, dass Bilder mehr als Tausend Worte sagen. Vor allem, nachdem ihr bereits 882 Worte von mir gelesen habt!

Die Sache mit dem Studieren

Diese Woche stand bei mir allerdings auch die Abgabe des zweiten Take Home Examens in Philosophischer Logik an. Aufgrund des erneuten Freizeitstresses habe ich es zwar nicht anders erwartet, aber die Tage nach der Rückkehr nach Stockholm waren alles andere als entspannt. Und immer noch kann ich nicht wirklich nachvollziehen, wie es passieren konnte, dass ich in dieser Hölle aus Junktoren, Operatoren, griechischen Buchstaben usw. landen konnte.
Zur Belohnung gab es dann vom Dozenten nach Abgabe des zweiten Examens nachmittags direkt das Dritte. Uns Studenten könnte ja versehentlich langweilig werden, wenn wir nicht dauerhaft von der Uni auf Trapp gehalten werden, oder?!  

Während diese spaßige Angelegenheit bis zum 31. Mai erledigt werden will, ist und bleibt noch ein Essay für meinen Medien-Kurs zu schreiben. Das bereitet mir zwar bei weitem mehr Freunde als Logik-Aufgaben zu lösen, aber von alleine schreibt sich auch ein Essay nicht.

Ein vom Essen bestimmtes Leben

Einfach, weil ihr alle wisst, wie gerne ich esse: Nach Abgabe des Examens gestern war ich direkt erneut mit Freunden beim Asia Lunch-Buffet, den Abend davor zum Kochen und Essen eingeladen, von der Schlemmerei auf der Reise nach Riga will ich gar nicht erst wieder anfangen. Und doch stehen in der eigenen Küche alle Zeichen auf „Aufbrauchen was geht“, denn das Ende naht.

Alles hat ein Ende

… Nur die Wurst hat zwei (@Saskia, nur für dich!).

Am 14. Juni laufen die Verträge für die Studentenwohnungen aus, die ersten haben bereits ihre Rückreise geplant, das Ende scheint zunehmend unaufhaltsam. Viele Sachen, so alltäglich sie auch sein mögen, finden wohl oder übel ein letztes Mal für mich statt. Nächste Woche werden es mindestens drei ihrer Art sein: Das Language Café, das kostenfreie Frühstück und die Spieleabende mit SUS. Während meiner Zeit hier in Stockholm ist mir vor allem das Language Café ans Herz gewachsen. Aber auch das Meer, der Wald, sowie die Sonnenauf- und -untergänge werden mir fehlen. Wie beeindrucken hier vor allem die Dämmerung ist, sehr ihr auf den nächsten Fotos. Zwar sind wir noch mehr als einen Monat von Mittsommer entfernt und doch wechselt der Himmel nachts nicht mehr von blau zu (raben)schwarz.  

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