Hoch die Hände, Wochenende!

Okay, vielleicht nicht nur Wochenende, sondern gar Urlaub. Denn Donnerstagmorgen habe ich meine letzte Prüfungsleistung erbracht und nun höre ich den Ruf der Freiheit immer lauter erklingen.

Letzte Prüfungen – war’s das?!

Ursprünglich ging ich davon aus, bereits letzte Woche Mittwoch meine letzte Deadline zu haben, was sich relativ entspannt für mich gestaltete hätte. Zur Belohnung für all den Schweiß und das Herzblut, die nicht nur ich die letzten Monate ich das Studium investiert habe, habe ich mit Freunden einen Kurztrip nach Göteborg geplant, der am Donnerstag starten sollte. Soweit der Plan: ganz entspannt, kein Überlapp, volle Erholung. Montagnachmittag erfuhr ich dann allerdings von einer neuen Deadline, wenn auch nicht obligatorisch, am Freitagmorgen. Juhuuu… NICHT! Nun ja, Grund dafür war, dass ich in einem Kurs genau zwischen zwei Noten stehe und der Dozent mir nicht ohne Weiteres die Bessere geben wollte. Viel mehr hat er mich und einige andere dazu angehalten, das letzte Take Home Examen noch einmal zu überarbeiten und einzureichen, um damit die Note gegebenenfalls aufzubessern. Da ich prinzipiell keine Chance ungenutzt lassen kann, musste ich es einfach probieren und für die bessere Note kämpfen. Aufgrund des Uni- und Freizeitstresses ging die Arbeit an dem Assignment allerdings schlussendlich zu Lasten des Schlafs. Ob sich die kurze Nacht vor dem Urlaub jedoch ausgezahlt hat werde ich erst diese Woche erfahren.

Unabhängig davon, dass mich das dezent aufgeregt hat, fühle ich mich jetzt so frei wie lange nicht mehr. Es ist einfach ein super schönes Gefühl, mal wieder in den Tag hineinleben zu können und nicht immer irgendwelche Deadlines im Hinterkopf zu haben. Generell habe ich das Studium hier genossen und einige sehr interessante Kurse besucht. Nur diese vielen Abgaben, immer und immer wieder, sind wirklich gewöhnungsbedürftig. Da bin, beziehungsweise war ich von Deutschland einfach zu sehr verwöhnt. Um so mehr schätze ich nun das Studium nach dem deutschen System, auch wenn ich dieses zeitweise ebenso verflucht habe.  

Sommer in Göteborg

Tatsächlich hatten wir auch in Stockholm bereits einige sommerliche Tage mit Temperaturen um die 25 Grad – meiner Meinung nach völlig ausreichend. Deutschland habe ich dagegen keinesfalls um seine 30 Grad und mehr beneidet. Nichtsdestotrotz sollte ich noch mindestens einen richtigen Sommertag in Schweden erleben und zwar in Göteborg. So hat uns die zweitgrößte Stadt Schwedens am Donnerstag mit sonnigen 30 Grad willkommen geheißen. Puh, das war ganz schön ungewohnt warm! Mit dem Bikini im Gepäck waren wir uns allerdings sicher, dass wir spätestens im Hotelpool eine Abkühlung finden würden. Denn wie so oft habe ich ein super Angebot gefunden, das scheinbar keine Träume offenlässt – dachte ich zumindest. Allerdings hat sich unser Vorhaben uns im Pool Abkühlung zu verschaffen relativ schnell erübrigt, denn dieser wurde am Tag der Ankunft gerade erst befüllt – brrrr. Was wir vorgefunden haben, war eine etwa 30 Zentimeter hohe Pfütze. Primär sind wir natürlich nicht zum Baden nach Göteborg gereist, sondern um die Stadt anzugucken, also alles halb so wild!

Bereits auf den ersten Blick zeigte uns Göteborg eine ganz andere Seite von Schweden, als zumindest ich sie aus Stockholm gewohnt bin. Generell kam es mir etwas weniger touristisch, dafür moderner vor und nicht zuletzt kleiner, was es ja auch ist. Am Tag der Ankunft sind wir Empfehlungen gefolgt und haben riiiesige Zimtschnecken gegessen. Wie ich gehört habe, soll es dort die größten Zimtschnecken Schwedens geben! Da eine einzige Zimtschnecke etwa Tellergroß ist, haben wir uns diese geteilt. Obwohl riesen groß und sicher ein richtiger Touristenmagnet, war diese wiedererwarten recht günstig.

Das nette Café lag im Stadtteil Haga, dem etwas alternativerem Viertel Göteborgs, von dem aus wir weiter zu einem Aussichtspunkt marschiert sind, um uns einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Eine Sache, bei der ich mir allerdings immer noch nicht ganz sicher bin ist, ob es in Göteborg ein Schloss gibt, denn einen großen und sehenswerten Schlosspark findet man dort. Von einem Schloss war weit und breit allerdings keine Sicht.

Am nächsten und letzten Tag hatten wir leider etwas weniger Glück mit dem Wetter. Die Temperaturen glichen wieder den alt bekannten und der Himmel öffnete seine Pforten für andauernde Regenfälle. Nichtsdestotrotz konnten wir uns endlich den Stadtpark mit Rosengarten, Palmenhaus und Co angucken, der am Vortag wegen eines Konzerts gesperrt war. Außerdem macht ein Besuch im tropischen Palmenhaus viel mehr Spaß, wenn die Alternative Regen heißt.

Außerdem – vom kalten Nass angetrieben – habe ich meine erste nicht-Second-Hand-Shopping-Tour unternommen und mir einen wunderschönen Jumpsuit gekauft! Das ist dann wohl mein Erinnerungsstück an Schweden.

Auch wenn ich noch viele weitere Stunden oder gar Tage in Göteborg hätte verbringen können, muss alles einmal zu Ende gehen – diese Reise im Konkreten bereits nach 25 Stunden. Wie immer hoffe ich, dass euch insbesondere die Bilder einen guten Eindruck von meinen Erlebnissen vermitteln.    

Besuch des Parlaments – Nicht.

Wenn man so in seiner Studentenblase lebt neigt man gerne mal dazu, die Touristenströme zu unterschätzen, die Stockholm jeden Sommer anlockt. Ein Besuch im Parlament war schon länger geplant, allerdings ist aus diversen Gründen nie etwas daraus geworden. So auch vergangenes Wochenende. Leider kann man das Parlament nur im Rahmen einer Führung besichtigen und diese findet nur einmal täglich an Samstagen und Sonntagen statt. Auf der Webseite heißt es, dass man sich zehn Minuten vor Beginn der Führung einfinden soll, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist und Kontrollen durchgeführt werden. So weit so gut. Vorbildlich wie wir sind, waren wir sogar mehr als 20 Minuten vor Beginn der Führung da und dann – ausgebucht. Aber wer fährt nicht gerne umsonst in die Stadt? Genau, niemand. Auf die Frage hin, ob die schwedische Führung bereits ausgebucht sei, wurde uns – auf Schwedisch – unmissverständlich das Gefühl vermittelt, dass wir dort als nicht-Schweden nicht willkommen sind. Mal sehen, ob diese Geschichte noch ein Happy End erhalten wird.   

Bye bye Bodycombat, Bodypump & Co.

Ich habe bereits von den vielen letzten Malen berichtet, die so bei mir anstanden. Bislang unerwähnt blieb an dieser Stelle jedoch der Sport. Über die Uni wurden jede Menge Sportkurse zu einem echt fairen Preis angeboten, so auch Bodycombat, Bodypump, Bodybalace, Bodyjam, Yoga, Zumba, GRIT und vieles mehr. Dieses unheimlich breite Angebot war bestens dafür geeignet, sich viele verschiedene Sportprogramme anzugucken und sich schlussendlich in einige davon zu verlieben. So hat der Sport hier einen festen Platz in meinem Alltag eingenommen, nicht zuletzt dank meiner Sport-Buddies. Denn der gemeinsame Besuch mit Freunden hat immer für doppelten Spaß am Sport gesorgt. Bereits jetzt vermisse ich die motivierenden Trainer, Musik, die zum Mitmachen animiert und das Gefühl, das Workout überstanden zu haben. Für alle, die nicht wissen was ich meinen könnte: Googlet mal GRIT 😉.

Traditionen: Sunday-Dinner

Eine sehr schöne Tradition, die ich mit zwei sehr lieben Freundinnen gepflegt habe, waren unsere sonntäglichen Abendessen. Immer im Wechsel hat eine von uns zu sich eingeladen und gekocht. Begleitet von einem Gläschen Wein und Kartenspielen haben diese Abende nicht nur für die ein oder andere Gaumenfreude gesorgt, sondern auch für jede Menge Spaß! Tatsächlich gab es Momente, in denen ich vor Lachen geweint habe. Vielen Dank dafür!

Letztes Mal Hypo

Eine der Dinge die ich nicht vermissen werde: Meine Arztbesuche. Auch wenn diese in Deutschland weitergehen werden, freue ich mich über jeden Besuch, den ich und meine Arme überstanden haben. Dennoch muss ich meinem Ärzteteam hier zu Gute halten, dass sie sich immer sehr viel Zeit genommen haben und super lieb waren! Noch nie hat sich jemand so viel Mühe gegeben, mir mit einer Spritze nicht weh zu tun. Und auch in Deutschland habe ich es selten erlebt, dass Arzt oder Arzthelfer im Wartezimmer vorbei gucken und sich nach dem Empfinden ihrer Patienten erkundigen.

Das allerbeste ist jedoch, wieder ohne größere Allergiesymptome durchs Leben zu gehen. Vor allem das Wissen um die vielen Birken hat mir im Voraus etwas Sorge bereitet. Aber: Ich habe sie erfolgreich besiegt. Außerdem kann ich wieder fast alles Essen, das ist fast das größte Geschenk! #foodrulesmylife

Farewell Fika mit SUS

Wie sagt man am besten „Leb wohl“? Die schwedische Antwort auf diese Frage lautet wohl „Mit einer Fika!“. Letzte Woche wurden alle internationalen Studierenden, die nun wieder in ihre Heimatländer zurückkehren, mit einer Fika verabschiedet. Zu diesem doch in gewisser Weise ernsten Anlass wurden allerdings keine Zimtschnecken, sondern prächtige Torten serviert. Unabhängig von dem Fika-Angebot war es aber auch einfach schön, viele bekannte Gesichter wieder zu sehen. Einen großen Teil der Internationals auf einem Haufen zu sehen hat mir noch einmal verdeutlich, wie viele Bekanntschaften ich hier doch gemacht und wie viele Leute ich kennengelernt habe. So mag der Abschied für viele ein „Leb wohl“ gewesen sein, für einige wird es allerdings ein „Auf Wiedersehen“ sein.

Familienbesuch & Abreise

Seit Sonntag ist außerdem ein Teil meiner Familie zu Besuch. Details dazu folgen allerdings später! Während ich mich sehr über deren Besuch freue, kündigt dieser allerdings zeitgleich die Abreise aus Stockholm an. Morgen heißt es also: Packen und Großputz. Das wird ein Spaß…

Außerdem graut es mir schon etwas davor, meine Freunde gehen zu sehen, während ich noch ein paar Tage länger im Land bleibe. Aber auch dazu gibt es ein andermal mehr!

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