Eine Woche Freizeit

Endlich! Auf einige stressige Tage und Wochen folgten nun ein paar freie Tage. Tage, die ich gerne genutzt habe, um mich weiter mit Land, Leuten und Kultur vertraut zu machen. Aber auch, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Zwar ist an ERASMUS immer ein Auslandsstudium geknüpft, aber etwas Zeit zum Genießen sollte doch trotzdem immer übrig sein.

Schlaf ist Gold wert

Dennoch kommt es, dass ich tatsächlich gar nicht so viel zu berichten habe. Nach Abgabe der letzten Essays habe ich nämlich erst einmal geschlafen. Um Punkt 9 lag ich abends im Bett und kurze Zeit darauf habe ich mich im Land der Träume wiedergefunden. Irgendwie hat mich die Prüfungszeit doch immer ganz schön gepusht, weshalb ich eigentlich immer lange wach war und morgens früh ohne Probleme aus dem Bett gekommen bin. Wenn ich es mir recht überlege, beeinflusst das mangelnde Tages-/Sonnenlicht in meiner aktuellen Wohnung sicher auch meinen Wunsch nach Schlaf, beziehungsweise die fehlende Motivation, sich morgens aus dem Bett zu quälen. Nichtsdestotrotz: Ohne Stress im Nacken schläft es sich einfach besser!

Ich weiß, das hört sich ganz schön langweilig an. Die Einen gehen nach Prüfungen feiern, die Anderen – mich eingeschlossen – genießen lieber die Ruhe, lesen ein Buch und gehen früh schlafen. Vielleicht bin ich in diesem Sinn auch einfach zu alt für ERASMUS und lange Partynächte. Wer weiß das schon?

Medeltidsmuseet

Wie ihr vielleicht schon aus den vorherigen Posts herausgelesen habt: In Stockholm gibt es entweder eintrittsfreie Museen, oder aber welche mit saftigen Eintritten. Ein gesundes Mittelmaß kennt man hier irgendwie nicht. Wie der gemeine Student sich so entscheidet, habe auch ich mich natürlich für die Low-Budget-Variante entschieden und ich muss sagen: Hier gibt es echt tolle Museen, die einen nichts kosten außer die Zeit, die man dort verbringt. Meine Wahl fiel auf das Medeltidsmuseet, welches zwar etwas weniger imposant ist als das Vasa-Museum, mir jedoch auch sehr gut gefallen hat. Und auch dieses ist mehr oder weniger durch Zufall und um die ursprüngliche Fundstelle herum entstanden. Gebaut werden sollte auf dem Museumsgelände einst eine Garage – aufgrund von historischen Funden wurden die Baumaßnahmen jedoch eingestellt und ein Museum errichtet. So kann man sich nun durch ein mittelalterliches, dem ursprünglichen Stockholm nachempfundenes Dorf bewegen; mit Rathaus, Kirche, Schiff und verschiedenen Gewerben.

Obwohl ich mich über freien Eintritt gefreut habe, habe ich es nicht geschafft, den Weg von der U-Bahn-Station zum Museum zu beschreiten, ohne in den einen oder anderen Laden hineinzuschauen und etwas mitzunehmen. Zu viel Zeit tut dem Geldbeutel wohl auch nicht gut!

Freizeit = Sportzeit

Eine der wenigen Sachen, die hier tatsächlich billiger sind als in Deutschland, ist das Fitnessstudio. Tatsächlich finde ich es mal ganz schön, aus einem breiten Angebot von Kursen auswählen zu können und mich nicht auf einige wenige festlegen muss. So kann ich hier jedes Mal aufs Neue entscheiden, wonach mir der Sinn steht. Resultat von Planung, unabhängig von Stundenplan und Zeitdruck, sind viele neue interessante Kurse, die ich letzte Woche ausprobiert habe, aber auch ein ganz schöner Muskelkater. Aber: lieber so als anders!

Hoch leben SUS – Kostenloses Frühstück

Einmal im Monat bietet die Students Union Stockholm (SUS) ein kostenloses Frühstück für ihre Mitglieder an. Was ein Glück, dass ich eines davon bin und folglich von diesem Angebot profitieren darf! Letzten Monat kollidierte das Frühstück leider mit meinen Lehrveranstaltungen, weshalb letzte Woche mein erstes SUS-Frühstück war. Und es war köstlich! Es gab frische Brötchen (wie ich die morgens vermisse!), Hummus, Gurken und Tomaten, Käse, Bananen und Birnen, Müsli, Tee, Kaffee und Saft. Also alles, was das – oder zumindest mein – Herz begehrt. Eigentlich schade, dass so etwas in Deutschland nicht angeboten wird. Denn es ist wirklich schön, den Tag mit Frühstückbuffet und netten Gesprächen mit Freunden zu starten.

Veggie-Heaven

Und zu guter Letzt: Auf dem Frühstücksbuffet befanden sich ausschließlich vegetarische und vegane Speisen, was ich als sehr positiv empfinde. Generell sind die Schweden in Punkto vegetarisches / veganes Essen sehr weit und vorbildlich. Hier gibt es jede Menge vegetarische / vegane Restaurants und selbst wenn Restaurants nicht auf vegetarisches Essen spezialisiert sind, findet man überall vegetarische oder vegane Alternativen. Ein vorheriger Speisekarten-Check ist hier zumindest in Hinblick auf das Angebot nicht notwendig.

Im Wald, da sind die Räuber Studenten

Seit Mitte letzter Woche dürfen wir uns auch hier in Schweden an etwas Sonnenschein erfreuen. Ich weiß, dass dieser aufkeimende Frühling nicht mit dem zu vergleichen ist, was die Natur aktuell in Deutschland zu bieten hat, aber es ist ein Anfang!
Nur, um zu verdeutlichen, was Frühling hier meint: Wir freuen uns hier bereits über Temperaturen von über 5 Grad und etwas Sonnenschein, sodass man auch mal ohne Handschuhe aus dem Haus kann. In Deutschland hat man diese Tage oft auch im Winter, hier eher im Frühling.

Da jeder einzelne Sonnenstrahl Gold wert ist, habe ich auch viel Zeit draußen verbracht. So habe ich gestern gemeinsam mit Freunden die Insel unsicher gemacht: Zum Auftakt der „Wandersaison“ und um die Insel Lidingö (mein Zuhause) etwas näher kennenzulernen, habe wir die 10km-Wanderung durch Wald und Wiesen gewählt. Der Wald ist so wunderschön, oft unberührt und insbesondere an der Küste fühlt man sich wie im Urlaub. Ich kann dieses Gefühl ganz schwer in Worte fassen, aber vielleicht zeigen euch die Bilder, was ich meine.

Freundschaften

Es ist so schön und bereichernd – egal wo man ist – neue Freundschaften zu schließen. Während man doch oft etwas in seiner „Bubble“ gefangen ist und die Komfortzone nur ungerne verlässt, eröffnen einem Gespräche mit Freunden aus anderen Ländern und Kulturen immer wieder neue Perspektiven. Aber ERASMUS bringt auch Leute unterschiedlichster Fachrichtungen zusammen, was sehr interessant sein kann! Und zu guter Letzt ist jeder Einzelne einzigartig und inspirierend, einfach, weil er oder sie er oder sie selbst ist.

Einen gemeinsamen Nenner habe ich bislang jedoch bei allen gefunden: Die Liebe zum Essen. Beim gemeinsamen kochen und essen, zusammensitzen und philosophieren, lachen und erzählen kommt man sich näher und ich merke immer wieder, wie gerne ich gerade hier bin und die Zeit genieße. Vielen Dank an euch, die meine Zeit hier einzigartig machen!

Ungeplanter Umzug

Die Illusion von „Friede, Freude, Eierkuchen“

Eigentlich wollte ich euch hier mit negativen Gedanken verschonen, aber nun komme ich da doch nicht drum herum. Vergangene Woche ging es plötzlich doch sehr turbulent bei mir zu – Stichwort: Das Leben ist eine Achterbahn – und ich musste sehr spontan umziehen. Bereits seit über einem Monat hatte ich in meiner Wohnung unter anderem Probleme mit undichten Fenstern, durch die nicht nur kalte Luft kam, sondern regelmäßig auch (Unmengen) an Wasser mein Apartment fluteten. Vermutlich aufgrund der Feuchtigkeit hat sich daraufhin ein undefinierbarer Schimmelpilz bei mir breit gemacht. Nachdem dieser vom Vermieter begutachtet wurde, wurde mir dringendst dazu geraten umzuziehen. Die Uni stellte mir direkt ab dem nachfolgenden Tag eine andere Wohnung im Haus zur Verfügung (und ja, es hätte mich noch schlimmer treffen können, wäre keine Wohnung in meinem Wohnheim frei gewesen). Nichtsdestotrotz war mein Umzug mit einem ziemlichen Downgrade verbunden. Vom 3. Stockwerk mit Weitblick und riesigem Balkon, durfte ich nun in eine etwas kleinere Wohnung im Erdgeschoss ziehen. Ohne Balkon. Ohne Aussicht. Das einzige, was es hier zu sehen gibt, sind Schüler. Schüler, die es nicht schaffen, über Nacht das Licht auszuschalten, weshalb ich auf die abendliche Beleuchtung eigentlich gänzlich verzichten kann. Außerdem liegt diese Wohnung direkt über dem Müllplatz, was bedeutet, dass jeden Morgen die Müllabfuhr vor meinem Fenster steht und Radau macht – gestern das erste Mal um 6:40 Uhr, danach noch zwei weitere Male. Darüber hinaus ist es sehr kalt in der Wohnung. Die Heizungen funktionieren nicht richtig und aufgrund mangelnder Stockwerke unter mir ist auch der Boden sehr kalt. Gestern kam ein Handwerker vorbei, um sich das anzugucken. Ergebnis: 18 Grad sind nicht zumutbar und ich bekomme eine zusätzliche Elektroheizung zur Verfügung gestellt. Die Frage ist nur: Wann?

Meine neue, bezauberde Aussicht

Natürlich fiel der Umzug auch prompt die Prüfungszeit. Anstelle Essays zu schreiben, musste ich primär meine Sachen packen und mich in der neuen Wohnung einrichten. Zum Glück hatte ich erstklassige Unterstützung von meinen lieben Freunden. Vielen Dank dafür! Es ist echt schön zu sehen, wie alle zusammenhalten, wenn es darauf ankommt.   

Nun bleibt es zu hoffen, dass die Vermieter sich möglichst schnell meiner Wohnung annehmen und ich wieder zurückkann. Ich habe meine schnuckelige kleine Wohnung und ihre Vorzüge wirklich lieben gelernt. Auf diese möchte ich ungerne die restlichen drei Monate verzichten müssen. Also bitte, bitte: Drückt mir alle die Daumen!

Edit (09:45 Uhr): Gerade war jemand vom Housing Office hier und hat mir mitgeteilt, dass die Vermieter sich heute um meine Wohnung kümmern. Mit viel Glück kann ich noch diese Woche zurück!

Teil 1 von 2 beendet

Da das Semester in Schweden in weitere, kürzere Abschnitte unterteilt ist, ähnelt die Struktur eher dem, was wir in Deutschland als Blockunterricht bezeichnen würden. Diesen erste Doppelblock (Periode A und B) habe ich heute mit Abgabe der letzten drei Essays abgeschlossen – Yippie! Tatsächlich habe ich auch bereits Ende letzter Woche die Noten für den anderen Kurs erhalten, den ich bereits vor einer Woche mit der Präsentation abgeschlossen habe. Tatsächlich – und das hätte ich so niemals erwartet – habe ich ein „A“, also ein „Excellent“ dafür erhalten. Ich bin schon gespannt, wie die Bewertung für den zweiten Kurs ausfallen wird, wobei ich da nicht ganz so optimistisch bin.

Neu gewonnene Freiheit

So viel Freizeit, wie ich sie diese Woche habe / haben werde, hatte ich davor noch nie, denn die neuen Kurse starten erst Anfang nächster Woche. Es ist echt erstaunlich, wie lang so ein Tag sein kann, wenn man ihn nach eigenem Belieben gestalten kann. Letzte Nacht habe ich erstmal all den Schlaf nachgeholt, der die letzten Wochen vielleicht etwas zu kurz gekommen ist. Das hat so gutgetan! Am Nachmittag wollte ich noch in die Stadt und mir das ein oder andere Museum angucken. Dinge erledigen, wozu die Zeit davor eher nicht da war. Und vor allem: Mich mal wieder etwas intensiver mit Schwedisch auseinandersetzten und vielleicht doch mal wieder ein paar Vokabeln lernen.

Wie ein Touri …

Familienbesuch

Wie ich das letzte Mal bereits angekündigt hatte, hatte ich letzte Woche Besuch von meinem Papa und meinem Bruder. Erstmal war es sehr schön, ein Stück Heimat hier bei mir in Stockholm zu haben. Zwar bin ich fest davon überzeugt, dass man sich an mehreren Orten zuhause fühlen kann, aber dennoch entscheiden primär die Menschen, die einen umgeben, über das Heimatgefühl. An dieser Stelle nochmal vielen lieben Dank für euren Besuch!

Sightseeing

Da sich Stockholm uns vorletztes Wochenende direkt in strahlendem Sonnenschein präsentiert hat, musste ich diese Gelegenheit direkt nutzen, um meinen Besuch in die schöne Gamla Stan zu bringen – Schlafmangel und Kälte wurden da nicht als Ausrede akzeptiert. Schließlich kann der Winter hier jeder Zeit zurückkommen. Zum Glück hatte ich bereits in den ersten Wochen an einer Stadtführung teilgenommen, sodass ich immerhin auf dieses Wissen zurückgreifen und preisverdächtig Geschichten über Stockholm erzählen konnte. Aber sein wir ehrlich: Hier interessiert man sich primär für das, was es zu sehen gibt und nicht für das, was es zu hören gibt.

Anzusiedeln zwischen Sightseeing und Museumsbesuchen ist der Besuch des Stadhuset, das Rathaus. Für ein paar Euro gibt es eine Führung samt sehr interessanter Geschichten über das Gebäude plus Nobelpreisträger-Feeling. Solltet ihr mal nach Stockholm kommen, stattet dem Rathaus auf jeden Fall einen Besuch ab. Es lohnt sich.   

Museen

Ebenfalls sehenswert ich das Naturhistoriska Riksmuseet, das jedem interessierten Besucher offensteht – egal ob großes oder kleines Geld, denn der Eintritt ist kostenfrei. Außerdem habe ich mich hier tatsächlich wieder ein bisschen in die Kindheit zurückversetzt gefühlt. Eine der Ausstellungen war zu unserer Freude sehr interaktiv gestaltet: Wir konnten unsere Handkraft messen, wie Affen an einem Baumstamm um die Wette hängen und im Weitsprung gegen Frosch und Hase antreten. Neben diesen sehr spaßigen Attraktionen gab es – wie es sich für ein naturhistorisches Museum gehört – auch jeden Menge Knochen, Fundstücke und präparierte Anschauungsexemplare.

Wem ein Mammut noch nicht groß genug ist, der zieht einfach weiter ins Vasa Museet.
Die Geschichte der Titanic kennen vermutlich die meisten, die der Vasa dagegen wohl eher weniger. Die Vasa ist ein schwedisches Kriegsschiff, dass bereits im Jahr 1626 zu Wasser gelassen wurde und nach nur 1,3 Kilometern auf hoher See sank. Dort ruhte es für 333 Jahre, bevor es 1961 geborgen wurde und nun im Vasa Museum besichtigt werden kann. Das Schiffswrack an sich ist bereits imposant anzusehen. Darüber hinaus erzählt jedes Detail eine eigene Geschichte: Wer war warum an Bord? Wie sah die Vasa ihrer Zeit aus? Wer trug den goldenen Ring, der an Bord gefunden wurde? – viele Fragen, viele Antworten, aber vor allem einen Besuch wert.   

Kulinarisches

Wie ihr bereits wisst, ist die schwedische Fika ein fester Bestandteil der Lebensphilosophie, der man hier folgt. Tatsächlich habe auch ich den Familienbesuch genutzt, um jede Menge verschiedene „Süßigkeiten“ einzukaufen, zu servieren und natürlich auch selbst zu probieren … Kanelbullar, Dammsugare, Chokladbollar, Mazarin und Chokladkaka soweit das Auge reicht.

Selbstverständlich waren wir aber auch in einem kleinen, ganz klassischen Café, in dem wir unsere Fika genießen konnten.

Denkt man an Schweden – oder vielleicht Ikea – denkt man augenscheinlich auch an Köttbullar, was zu Deutsch nichts anderes als Fleischklöße bedeutet. Dennoch sind diese Teil der schwedischen Esskultur, weshalb wir auch in einem Köttbullar-Restaurant essen waren. Natürlich gab es dort – wie fast überall in Stockholm – auch eine vegetarische/vegane Alternative. Individuell betrachtet waren auch alle Zutaten sehr lecker, die Kombi finde ich jedoch etwas gewöhnungsbedürftig. Das Gleiche gilt jedoch auch für viele andere Kreationen wir salziges Lakritz oder Lakritz versteckt in Keksen – das ist für Lakritz-Verachter wie mich einfach widerwärtig :D. Aber jedem das Seine.   

Zu guter Letzt konnte ich meinen Papa und meinen Bruder auch noch davon überzeugen, dass schwedisch interpretierte Pizza etwas sehr Feines ist. Habt ihr beispielsweise schon einmal Pizza mit Rote Bete gegessen? Oder mit Zitrone? Ich kenn es nur empfehlen auszuprobieren. Denn tatsächlich können sich Kreativität und Experimentierfreude auch positiv auf das Esserlebnis auswirken.  

Off Topic

Natürlich habe ich letzte Woche noch vieles mehr erlebt, aber ich möchte eure (Lese-)Zeit nur ungerne überstrapazieren. Deswegen folgt nur eine kurze Zusammenfassung: Sonne, Regen und Schneespaziergänge. Ein Besuch beim Eishockey, der sich als sehr spannend erwiesen hat, ein Besuch des „Skigebiets“ Hammarbybacken im Süden von Stockholm, das jedoch eher bescheiden war und natürlich der Besuch eines Systembolaget. Das sind die Läden des schwedischen Monopols, in dem ausschließlich Alkohol verkauft wird. Das muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben!  

Seminar 1 – done!

Das Semester eilt in schnellen Schritten. Heute habe ich das erste Seminar mit einem hoffentlich wunderbaren Vortrag abgeschlossen. Nächste Woche wird das nächste mit drei Essays abgeschlossen. Und in nicht einmal zwei Wochen beginnt bereits die zweite Hälfte des Semesters. Zwar bin ich froh, die Kurse zu einem Ende zu bringen, beziehungsweise zu einem Ende gebracht zu haben, doch heißt das auch, dass die verbleibende Zeit immer kürzer wird. Dabei gibt es noch so vielen Dinge, die ich noch gerne machen würde. Gucken wir mal, was sich in nächster Zeit ergibt. Und vor allem hoffe ich, dass die Zeit mal einen Gang runter schaltet und nicht so schnell rennt. Schließlich ist man nur einmal Erasmus-Student, insbesondere wenn der finale Studienabschluss quasi zuhause auf einen wartet.

Fühlt euch gegrüßt!
Eure Sarah

Prüfungs-Phase = immer?!

Erstmal sorry, dass ich so lange nichts von mir hab hören lassen! Aber die letzten Tage hatte ich ganz schön viel um die Ohren – da ist das mit dem Blog-schreiben irgendwie immer auf der Strecke geblieben. Jetzt möchte ich mir aber doch mal etwas Zeit nehmen, um euch aus Stockholm zu berichten und mir selbst eine kleine Pause von der Uni zu gönnen – haha.

Wie in den letzten Posts bereits angeklungen ist, ist Uni in Schweden nicht wie Uni in Deutschland. In Deutschland hat man doch sehr unterschiedliche Stresslevel, aufs Semester verteilt. Hier fühlt es sich für mich jedoch so an, als sei das Stresslevel über das ganze Semester recht hoch. Die Fremdsprache ist für mich sicher eine erschwerende Bedingung, aber immer „abliefern“ zu müssen, bin ich aus Deutschland nicht gewöhnt. Tatsächlich vermisse ich diese Trennung zwischen Vorlesungs- und Prüfungszeit ein bisschen. Sich am laufenden Band auf die aktuellen Unterrichtsstunden vorzubereiten, parallel dazu Essays zu schreiben und Präsentationen vorzubereiten und noch ein bisschen Privatleben zu haben, bringt mich tatsächlich nah an meine Grenzen. Zwar habe ich letzte Woche bereits Essay 1 von 4 eingereicht, aber die verbliebenen 3 muss ich noch irgendwie bis zum 19. März zu Papier bringen. Drückt mir also alle die Daumen, dass ich das schaffe und schickt mir gerne ganz viel positive Energie her – die nächsten Wochen werden anstrengend werden!  

Eishockey in Schweden

Letzte Woche war ich gemeinsam mit der Uni auf einem Eishockeyspiel, direkt hier in Stockholm. Da Eishockey hier das ist, was Fußball für uns in Deutschland ist, stand es für mich außer Frage, in Schweden zu einem Spiel zu gehen. Tatsächlich war ich anfangs etwas enttäuscht, da die Halle ein ganzes Stück kleiner war als zum Beispiel die SAP Arena in Mannheim. Dafür waren die Fans jedoch umso eingefleischter und motivierter und haben richtig Stimmung gemacht! Wir saßen direkt neben dem Fanblock und wurden noch vor dem Spiel mit dem Wappen der stockholmer Djurgårdens bemalt. Damit war auch klar, für welche Mannschaft wir sind oder zu sein haben.

In der Pause gab es richtig gute Pizza und die Kiddies von Stockholm und Malmö haben zur Unterhaltung eine Runde gegeneinander – oder besser miteinander (?) – gespielt. Das war soooo süß und natürlich viel weniger brutal, als wenn die Herrenmannschaft auf dem Eis steht!

Museumsführung auf Schwedisch? – Challenge accepted

Letzte Woche habe ich außerdem mal wieder ein Museum von innen gesehen: Das Nordiska Museet (Nordisches Museum). Dort wurde eine Tour auf leichtem Schwedisch angeboten. Und was gibt es Besseres, um sein Sprachverständnis zu verbessern, als an so einer Veranstaltung teilzunehmen?! Einen Versuch war es also allemal wert. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass man sich sehr darauf konzentrieren muss, was einem der Guide erzählt. Auch, wenn er bereits extra langsam spricht und einfache Wörter verwendet.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass Schwedisch lernen gerade ziemlich weit hintenansteht. Die Fachveranstaltungen haben in dem Sinne einfach Vorrang. Schließlich werden mir diese am Ende angerechnet, Schwedisch für weitere 7,5 ECTS mache ich allerdings just for fun. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die Zeit zum (intensiveren) Schwedisch lernen noch kommen wird.  

Darf ich vorstellen? Language Café Coordinator Sarah

Hört sich erstmal wichtiger an als es ist, aber tatsächlich haben es die Schweden geschafft, mich von ehrenamtlicher Arbeit im Sprachcafé zu überzeugen. Für alle, die sich fragen was ein Sprachcafé ist und was ich da mache, hier die Antwort: Sprachcafés werden in vielen verschiedenen Sprachen angeboten und bieten verschiedenen Leuten Raum, verschiedene Sprachen zu lernen beziehungsweise aktiv zu sprechen. Da ich Deutsche bin, bin ich als Muttersprachler Teil des deutschen Sprachcafés. Dort treffen sich jede Woche schwedische Studenten, Angestellte aber auch ein paar andere Muttersprachler, die sich gemütlich unterhalten. Das beste: Außer einer Stunde Präsenz kostet mich diese Tätigkeit nichts. Dafür gibt es allerdings nette Gespräche, neue Bekanntschaften und glückliche Teilnehmer.

Second-Hand Kultur

Gestern war ich hier das erste Mal in einem Second-Hand Laden – und ich habe ihn mit vollen Taschen verlassen. Während ich in Deutschland oft das Gefühl hatte, dass Second-Hand Läden nicht die einladendsten Orte sind, ist das in Schweden nicht der Fall. Alles ist super ordentlich, bestens sortiert und man bekommt dort wirklich alles! Von Küchenutensilien, über Bücher und Spiele, Kleidung und Möbel – es gibt quasi nichts, was es dort nicht gibt.

Ich habe dort zwei Tassen und drei Gläser, eine Auflaufform, ein Kartenspiel, ein Paar Pumps, eine Sporthose, zwei Kleider und ein Top für sage und schreibe 40 Euro erworben. Da schlägt doch jedes Frauenherz direkt höher!  

Ein Leben ohne Ofen

Einfach, weil ich es so unglaublich finde, wie erfinderisch man doch wird, wenn einem bestimmte Dinge nicht zur Verfügung stehen …: Wusstet ihr, dass man in der Mikrowelle Kuchen backen kann? Verwirrender Weise heißen Tassenkuchen aus der Mikrowelle Mug Cakes (anstelle von Cup Cakes, was meiner Meinung nach viel mehr Sinn machen würde). Gebackene Süßkartoffel aus der Mikrowelle gab es nun auch schon und tatsächlich habe ich mir eine Auflaufform zugelegt um zu versuchen, einen Auflauf in der Mikrowelle zu „backen“. Solltet ihr also Tipps und Tricks zum Kochen / Backen mit der Mikrowelle brauchen, bin ich nach meiner Rückkehr nach Deutschland hoffentlich Spezialist!

Hoher Besuch aus Deutschland steht an

Macht euch schon mal darauf gefasst, dass es bis zum nächsten Post wieder etwas länger dauern wird. Denn am Samstag kommen mein Papa und mein Bruder zu Besuch und ich werde mir jede Menge Touri-Programm mit ihnen gönnen. Ich freue mich schon sehr darauf, die ersten vertrauten Gesichter aus der Heimat wieder zu sehen!  

Der gläserne Schwede

Bargeld? Fehlanzeige!

Vor vier Wochen bin ich in Schweden angekommen. Und seit vier Wochen habe ich kein Bargeld mehr in den Händen gehalten. Als ich Deutschland ohne Schwedische Kronen in der Tasche verlassen habe, war das ein ganz schön komisches Gefühl. Zwar kann man auch in Deutschland meist mit EC- oder Kreditkarte bezahlen, aber ohne Bargeld aus dem Haus geht man dennoch eher selten. So fühlte sich eine Reise ohne Bargeld an, als ob man etwas Alltägliches wie die Zahnbürste Zuhause vergessen hätte.

In Deutschland liest man an Ladentüren, dass Kartenzahlung nicht möglich ist, in Schweden liest man stattdessen, dass Barzahlung nicht möglich ist. Und tatsächlich wird hier überall und alles mit Plastikgeld bezahlt: Der Kaffee, die Zimtschnecke und das Bier in der Bar. In Deutschland würde einen jeder schräg angucken, wenn man seine Kugel Eis mit Karte bezahlen würde. Hier wird man schräg angeguckt, wenn man diese mit Bargeld bezahlen möchte. Da bleibt nur zu sagen: Andere Länder, andere Sitten.

Hier wird geswisht

Genau so populär wie Plastikgeld ist hier die App „Swish“, mit der man via Handynummer Geld an Freunde aber auch an den Verkäufer einer Ware „überweisen“ kann. Ganz abgesehen von datenschutztechnischen Bedenken und der uneingeschränkten Nachvollziehbarkeit aller Geschäfte ist es jedoch so, dass Swish nicht von jedem genutzt werden kann. Denn Neben EC-Karte und Swish hat hier jeder Bürger seine eigene Personennummer. Diese wird jedoch nicht nur auf dem Amt benötigt, man braucht diese beispielsweis auch, um ein Konto in Schweden zu eröffnen und Swish zu nutzen. Auch Bestellungen im Internet sind ohne diese Nummer kaum möglich. Einfach mal schnell etwas bei Amazon bestellen ist hier für ausländische Studenten also nicht drinnen. Natürlich finde ich es gut, dass ich hier in kein System „hineingequetscht“ werde, aber auf der anderen Seite wird man auch von gewissen Dingen ausgeschlossen.

Sich ein Urteil darüber bilden ob es gut ist in jeder Hinsicht transparent zu sein, darf sich gerne jeder selbst 😉

Der Witz der EU-Versichertenkarte

Bürokratie kennt leider keine Grenzen. Auch hier nicht. Und da Bürokratie ein doch sehr ödes Thema ist, will ich auch nicht all zu viel Zeit damit verbringen, euch damit zu langweilen. Aber sie hat mich so viele Nerven und Zeit gekostet, dass ich trotzdem nicht drum herumkomme, euch davon zu berichten. Tatsächlich hat es hier über eine Woche gedauert um einen (Fach-)Arzttermin auszumachen, obwohl ich bereits seit Monaten mit Krankenversicherung und Ärzten darüber im Gespräch bin. Aber tatsächlich musste ich erst hier ankommen und versuchen einen Termin zu vereinbaren um zu erfahren, dass ich Dokumente aus Deutschland brauche, auf die man mich seitens meiner Landsleute nie hingewiesen hat. Und natürlich kann man deutsche Hotlines auch nicht aus dem Ausland anrufen. Wieso sollte man so etwas auch tun wollen!? Naja, das Ende der Geschichte ist, dass ich jetzt ein Experte in Sachen S2- und E112-Zertifikaten bin. Sollte also mal jemand Fragen dazu haben, nur zu!    

Frühlingserwachen in Stockholm

Nachdem der Bildungsauftrag nun erfüllt ist, gibt’s jedoch noch etwas Belangloses: Nicht nur in Deutschland wird das Wetter besser, wenn nicht sogar frühlingshaft, auch in Stockholm tauen die Schneemassen so langsam. Anfang der Wochen habe ich meine Umgebung tatsächlich ganz neue entdeckt! Auf einmal konnte man sehen, wo die Straße aufhört und der Bürgersteig anfängt. Und man konnte auf einmal sehen, was für eine schöne Natur sich unter dem weißen Winterkleid versteckt hat. Überall ragen Felsen empor und der Waldboden ist mit grünem Moos überzogen. Im Wald bilden sich die ersten Bäche mit glasklarem Tauwasser. An schattigeren Plätzen findet man dagegen auch jetzt noch Schnee und Eis. Stockholm in weiß hat mir bereits sehr gut gefallen, Stockholm mit Sonne und ein paar grünen Flecken gefällt mir fast noch besser.

Macht euch einfach selbst ein Bild davon:

Ansonsten war meine letzte Woche relativ ruhig, da ich etwas angeschlagen war und es jede Menge für die Uni zu erledigen gab. Für mich ist es immer noch etwas ungewohnt, unter dem Semester so viel zu tun zu haben, aber da muss ich jetzt wohl durch. Umso mehr freue ich mich darauf, wenn mein Papa und mein Bruder in zwei Wochen zu besuch kommen und ich dann auch etwas mehr Zeit mit normalen „Touri“-Aktivitäten verbringen werde.

Zunächst lasst euch aber noch verzaubern von der Aussicht auf die wunderschöne Altstadt (Gamla Stan) bei Nacht!

Studieren in Schweden

Der Grund, aus dem ich hier bin

Heute möchte ich euch einen Einblick in meinen Studienerfahrungen in Stockholm geben. Denn ganz genau, der Hauptgrund, weshalb ich hier in Stockholm bin, ist mein Studium – neben dem Interesse an Land und Leuten, sowie der schwedischen Kultur und Natur natürlich. Zwar bin ich erst seit zweieinhalb Wochen hier, doch habe ich bereits einen ersten Eindruck von der Uni bekommen. Vielleicht sogar einen besseren, als ich zunächst erwartet hatte. An deutschen Universitäten starten die neuen Semester meist ziemlich entspannt. Man hat überwiegend Vorlesungen und selbst in den Seminaren passiert in den ersten Wochen meistens nicht so viel.
Grund dafür dürfte sein, dass in Deutschland alle Veranstaltungen das gesamt Semester lag gehen und meist am Ende, beziehungsweise in der vorlesungsfreien Zeit, die Prüfungen anstehen. In Schweden allerdings sind die Semester selbst nochmal in vier Perioden unterteil. Meine Veranstaltungen hier dauern überwiegend nur zwei Perioden, also circa zwei Monate. Das ist im Vergleich zum deutschen System nicht sehr lang. Und um wieder auf meine Aussage vom Anfang zurück zu kommen: SO lernt man die Uni innerhalb von zweieinhalb Wochen auch schon richtig kennen.

Eingewöhnungszeit? – Fehlanzeige!

In der ersten Woche prasselte erstmal so einiges an neuen Informationen auf mich ein. Meine Seminare werden zwar ebenfalls vom Institut für Medienwissenschaften angeboten, doch hatte ich zunächst das Gefühl, dass mir jede Menge Vorwissen fehlt, um zu verstehen, was wir hier eigentlich machen. Grund dafür ist sicher, dass ich meinen Bachelor in einem anderen Bereich gemacht habe und auch mein Master einen anderen Schwerpunkt hat. Da ich zu Beginn des Masters in Dresden ein ähnliches Gefühl hatte, hat mich das jedoch erstmal nicht weiter beunruhig. Und tatsächlich: So langsam ergibt das, was ich hier lerne, auch Sinn für mich – Yeeeeah! Froh über diese Erleuchtung bin ich tatsächlich, da in weniger als vier Wochen bereits die erste benotete Prüfung ansteht – ein Essay. In fünf Wochen folgt dann noch eine Präsentation und in sechs Wochen drei weitere, kürzere Essays. Da kommt doch Freude auf, oder?! Ganz so schlimm ist es natürlich nicht, denn wir erhalten hier relativ viele Freiräume, was die Themenwahl angeht.

Der tägliche Wahnsinn

Mit diesen Prüfungsleistungen am Ende des Semesters ist es aber noch lange nicht getan. Jede Woche gibt es Unmengen an Literatur, die bis zur nächsten Sitzung durchgearbeitet werden muss. Und letzte Woche habe ich tatsächlich mittwochs erfahren, dass ich gemeinsam mit einer Kommilitonin freitags eine 15-minütige Präsentation halten darf – da kommt doch direkt Freude auf, oder? So viel Spontanität bin ich aus Deutschland auf jeden Fall nicht gewohnt! Aber man gewöhnt sich ja doch an vieles, schneller als erwartet.

Als eine der größten Hürden hatte ich im Voraus die Sprachbarrieren betrachtet. Natürlich habe ich in der Schule Englisch gelernt, aber so richtig üben und vertiefen tut man das an deutschen Universitäten nicht. Nie hatte ich Veranstaltungen auf Englisch oder gar selbst Präsentationen auf Englisch halten oder Abschlussarbeiten in Englisch schreiben müssen. Und da in Schweden Schwedisch gesprochen wird, ist auch das trotz Sprachkurs im Voraus eine kleine Herausforderung. Die Schweden sprechen zwar alle fließend Englisch und jeder kann einem weiterhelfen, wenn man auf Englisch nachfragt. Aber geschrieben findet man die meisten Sachen doch nur auf Schwedisch. Sei es im Supermarkt, in der Bahn oder auch einige Infos rund um die Uni. Aber auch daran habe ich mich sehr schnell gewöhnt und verstehe immer mehr. Hoffentlich wird mir auch der Schwedisch-Kurs hier helfen, mich zunehmend besser in der neuen Sprache zurechtzufinden. Tatsächlich sieht der Lehrplan für den Kurs vor, dass wir einen gesamten Roman parallel zum Unterricht lesen. Ich bin ja schon sehr gespannt, ob das klappen wird!

Freizeit

Zwar nimmt das Studium hier wirklich viel Zeit in Anspruch (oder ich bin einfach zu engagiert :-D), aber etwas Freizeit bleibt natürlich auch immer noch, um mir mein Auslandssemester zu versüßen. Gestern habe ich erstmals an einer Stadtführung teilgenommen, vergangene Woche jede Menge Sportkurse an der Uni getestet, eine Kneipe mit deutschem Bier besucht – deutsches Bier ist hier allerdings sehr teuer, als lieber das schwedische trinken – und war das erste Mal in Stockholm essen. Ihr seht also, hier lässt es sich ganz gut aushalten!

Fühlt euch alle umarmt!
Schneeige Grüße aus Stockholm 😊

Wintermensch

So wohnt es sich in Schweden

Die Sache mit der Wohnungssuche war keine einfache, beziehungsweise hätte sie sich alles andere als einfach gestalten können, hätte ich mich vor Ort auf die Suche nach einer Bleibe machen müssen. Denn Stockholm ist nicht gerade für seine billigen Mietpreise bekannt. So war für mich relativ schnell klar, dass ich mich für ein Zimmer im Studentenwohnheim bewerben würde. Und tatsächlich hatte ich auch Erfolg damit! Zwar wohne ich nicht wie einige andere Studenten auf königlichem Land oder direkt neben der Universität, dafür habe ich jedoch jede Menge Natur um mich herum. Zudem habe ich gestern von Einheimischen erfahren, dass auf „meiner“ Insel – Lidingö – vor allem die etwas wohlhabenderen Schweden wohnen. So darf ich mich hier wohl zu den Schönen und Reichen zählen – wobei wir alle wissen, dass gerade die Sache mit dem reich sein nicht direkt zutreffend ist für Studenten.

Was ich damit sagen will ist, dass es mich wirklich gut getroffen hat mit meiner Wohnung. Manchmal ist es wohl einfach besser, nicht seine erste Wahl zu erhalten. Denn wäre ich nicht in dieses Wohnheim gekommen, hätte ich viele tolle Leute sicher nicht kennengelernt! Außerdem würde ich andernfalls nicht so viel Zeit in der Natur verbringen und könnte morgens nicht die Aussicht auf die Kreuzfahrtschiffe und das zugeschneite Meer genießen.

In meinem letzten Eintrag habe ich euch ja bereits ein Bild von der Aussicht aus meiner Wohnung gezeigt und ein bisschen was über meine neue Bleibe verraten. Da Bilder mehr sagen als tausend Worte, zeige ich euch einfach, wie ich hier lebe:

Auf 27m² und in quasi zwei Zimmern (eigentlich nur eins, aber durch den Schnitt habe ich quasi einen Schlafbereich und ein Wohnzimmer mit Küche), habe ich es mir mit Mitbringseln und Deko aus der Heimat sowie natürlich der Hilfe von Ikea gemütlich gemacht.

Ein Schneespaziergang der besonderen Art

Wie allseits bekannt sein dürfte, bin ich nicht gerade ein Wintermensch. Ich friere schnell, sehne mich immerzu nach Sonnenlicht und will im Winter eigentlich den ganzen Tag lang nur schlafen. Daher war ich erst etwas skeptisch, ob ich mich hier im Winter wohlfühlen würde. Schließlich ist es in Schweden deutlich kälter als in Deutschland und auch die Tage sind ein ganzes Stück kürzer. Tatsächlich waren meine Bedenken aber ganz unbegründet. Denn die schneebedeckte Landschaft, Schnee, der nicht vergleichbar mit dem ist, was in deutschen Wintern vom Himmel fällt und der Sonnenschein sind einfach unbeschreiblich schön! Selbst die Kälte fühlt sich hier nicht annähernd so kalt an wie in Deutschland.

Ein positiver Aspekt an dieser Kälte ist außerdem die Tatsache, dass man einfach auf dem Eis spazieren gehen kann‼ Am Anfang hielt ich die Leute für verrückt, die auf dem Eis laufen, als wären sie in einem Park. Tatsächlich erinnert das Leben auf dem Eis auch eher an einen Ausflug in den Park: überall Eltern mit ihren Kindern, Hund und Herrchen beim Gassi gehen, Sportler – so weit das Auge reicht. So kam ich zu dem Entschluss, dass wenn die Einheimischen dem Eis trauen, ich das auch tun kann. Schließlich haben die Temperaturen seit meiner Ankunft noch kein Mal an der 0°-Marke gekratzt. Im ersten Moment war es schon ein komisches Gefühl, Eis statt Erde unter den Füßen zu haben. Vor allem fühlte es sich komisch an, so weit vom Ufer entfernt zu spazieren – so weit würde ich nicht mal rausschwimmen!

Wie ihr auf den Bildern seht, ist das Eis mit einer dicken Schneeschicht bedeckt. Wenn man also nicht so drauf ist wie ich und den Schnee zur Seite schiebt, sieht man auch nicht das tiefe, dunkle Schwarz, auf dem man gerade herumwandelt.

Dies und das

An dieser Stelle soll es erstmal bei „dies und das“ bleiben, da ich plane, euch noch genauer von diesen Erlebnissen zu berichten.
Seit dem letzten Blogpost war ich mit einer von der Uni organisierten Bus-Tour in Stockholm unterwegs. Bei dieser wurden wir nicht nur mit Infos rum um Stockholm versorgt, sondern auch mit einer tollen Aussicht auf die Stadt belohnt (Titelbild dieses Beitrags). Außerdem war ich auf meiner ersten Studentenparty hier in Stockholm. Geplant war ein Kneipenabend in einem der Campus-Pubs, gelandet sind wir am Ende jedoch auf einer Party, die von der Technischen Hochschule organisiert wurde und nicht von „unserer“ Uni. Spaß hatten wir dort aber gleichermaßen! Und zuletzt habe ich auch ganz gemütliche Dinge mit meinen neu gewonnenen Freunden unternommen: Spaziergänge, einen Filmabend, gemeinsames Kochen etc. Seit heute erproben wir auch gemeinschaftlich die Sportkurse.

Nicht zu kurz kommen soll natürlich auch die Uni. Bislang sieht es so aus, als bedeute studieren hier ein paar sehr intensive Wochen voller Lektüren, Gruppenarbeiten und schriftlichen Abgaben. Dazu aber auch ein anderes Mal mehr!